The Zoo, das Kreativteam von Google, und Dentsu arbeiten seit fünf Jahren miteinander. Dabei haben die Kollegen viel über die jeweils andere Kultur gelernt. Joe Fry von The Zoo und Yasuharu Sasaki von Dentsu Inc. sprachen auf der YouTube-Strandbühne des Festivals Cannes Lions 2017 darüber, wie positiv sich diese Zusammenarbeit auf die Kreativität auswirkt.

Vor fünf Jahren gingen The Zoo, das Kreativteam von Google, und Dentsu eine langfristige Zusammenarbeit ein. Ziel war es, die Kultur und Arbeitsmethoden des anderen kennenzulernen. Anfangs fanden Schulungen und Workshops statt. Außerdem verbrachten Dentsu-Mitarbeiter drei Monate bei The Zoo in New York. Das Kreativteam von Google unterstützt Partneragenturen und Unternehmen dabei, mithilfe von Daten und neuen Technologien innovative Kampagnen zu entwickeln. Nach der Kennenlernphase war es an der Zeit, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

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Laut Dr. Joe Fry achtet das Team bei Kampagnen stets auf drei Faktoren: Es muss ein Produkt oder eine Technologie von Google zum Einsatz kommen und um eine Herausforderung gehen, die nur ein bestimmtes Unternehmen oder eine bestimmte Agentur meistern kann. Im Idealfall sollte außerdem ein Beitrag für die Zukunft geleistet werden. Beim ersten gemeinsamen Projekt, "Glicode", erreichte das Team alle genannten Ziele. Die Kampagne für eine beliebte japanische Keksmarke basierte auf der Idee, Kindern anhand der Augmented-Reality-Technologie die Grundlagen des Programmierens zu vermitteln. Die Kampagne war so erfolgreich, dass Programmieren in Japan als Schulfach eingeführt werden soll.

Missverständnisse führen manchmal zu neuen Ideen.

Yasuharu Sasaki, Executive Creative Director bei Dentsu

Yasuharu Sasaki, Head of Digital Creative und Executive Creative Director bei Dentsu Inc., erklärt den japanischen Begriff "henna gaijin": Er bedeutet "seltsamer Fremder" und steht für Ausländer, die mit der japanischen Kultur vertrauter zu sein scheinen als die Einheimischen. Sasaki zufolge war die Zusammenarbeit mit den Kollegen von The Zoo für Dentsu nicht immer einfach. Er betont aber auch: "Missverständnisse führen manchmal zu neuen Ideen." Bevor ein handfestes Konzept steht, läuft ein komplexer Prozess ab: Mehrere Mitglieder beider Teams arbeiten gemeinsam an Dokumenten, wobei es zu Kompetenzüberschneidungen kommt. Außerdem sind laufend Übersetzungen erforderlich.

Fry und Sasaki sind sich einig, dass beide Teams von der Zusammenarbeit profitieren. "Google steht für eine große Schaufel und Dentsu für einen kleinen Löffel", so Sasaki. Die erfolgreiche Zusammenarbeit beruht also darauf, dass sich große Ideen und kleine Details sinnvoll ergänzen.

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