Am Donnerstagnachmittag sprachen Nigel Morris, CEO bei Dentsu Aegis, Amerika und EMEA, und Megan Stooke, CMO bei Maven, General Motors, auf der YouTube-Strandbühne in Cannes darüber, wie man großen Unternehmen den kreativen Geist von Start-ups einhaucht.

Letzten Donnerstag wurde auf der YouTube-Strandbühne darüber diskutiert, wie es etablierten Unternehmen gelingt, eine kreative Start-up-Kultur zu verwirklichen. Gleich zu Beginn des Gesprächs bemerkte Nigel Morris, CEO bei Dentsu Aegis, Amerika und EMEA, die „Seven Minute Economy“ habe sich innerhalb nur eines Jahres zu einer „Five Minute Economy“ entwickelt. Aus Morris Sicht ist die digitale Welt nachfrageorientiert. Verbraucher stellen immer höhere Ansprüche an die Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit von Unternehmen. Anbieter wie Uber erleben eine Blütezeit, weil sie sich voll und ganz darauf konzentrieren, Kundenwünsche zu erfüllen. Bei den Cannes Lions 2016 gab es eine Fülle aufregender Technologien zu sehen wie Virtual und Augmented Reality. Was das Team von Dentsu Aegis jedoch am spannendsten findet, ist die Herausforderung, Unternehmen dabei zu unterstützen, in dieser nachfrageorientierten Welt erfolgreich zu sein.

Wenn du kein Start-up bist, bist du eine Trendwende.

Nigel Morris, CEO, Dentsu Aegis Americas & EMEA

Wenn es um innovatives Arbeiten oder völlig neue Richtungen geht, sind Start-ups klar im Vorteil. Sie sind wesentlich flexibler als große Unternehmen, die Risiken gern meiden und häufig durch gewachsene Infrastrukturen und bewährte Praktiken gehemmt sind. Morris meint hierzu: „Wenn ein Unternehmen kein Start-up ist, dann ist es ein Turnaround“. Was wiederum die Frage aufwirft: Wie bringt man einem Turnaround-Unternehmen die Start-up-Kultur bei?

Ein konkretes Beispiel für eine solche Transformation lieferte Megan Stooke, CMO bei Maven, General Motors. Nach überstandener Insolvenz im Jahr 2009 ist General Motors heute wieder ein blühendes Unternehmen. Um sich für die Zukunft zu rüsten, hat GM sein Tätigkeitsfeld über den traditionellen Fahrzeugverkauf hinaus erweitert. Dabei entstanden neue Geschäftseinheiten wie Maven, das individuelles Carsharing anbietet. Stooke ist überzeugt, dass es in den nächsten 5 Jahren mehr Veränderungen geben wird als in den vergangenen 50 Jahren. Kleinere, innovative Geschäftseinheiten wie Maven sind nicht die einzige Möglichkeit, auf solche Veränderungen zu reagieren.

Maven verfolgt ein „intelligentes, einfaches und nahtloses“ Geschäftsmodell, bei dem sich die Kunden weder um Autoschlüssel noch um Benzinkosten, Versicherungen oder Mitgliedsgebühren kümmern müssen. Die Marketingstrategie ist selbstverständlich darauf abgestimmt. Gemeinsam mit Dentsu Aegis konzentriert sich Maven darauf, die Bedürfnisse seiner Kunden zu verstehen und diesen optimal zu entsprechen. Für die weitere Entwicklung hat sich Maven ehrgeizige Ziele wie internationale Expansion gesetzt. Dabei wird ein „glokales“ Modell verfolgt, das die Vorteile der globalen Reichweite von GM mit lokaler Fachkompetenz vereint.

Der entscheidende kulturelle Unterschied zwischen Start-ups und großen Unternehmen besteht möglicherweise in der Einstellung gegenüber Risiken und Misserfolgen. Ohne Unterstützung der obersten Führungsebene lässt sich ein Wandel im Denken nur schwer umsetzen. Deshalb beendet Stooke das Gespräch mit dem taktischen Ratschlag, nervöse Gemüter mit konsequenter Berichterstellung, Analysen und interner Transparenz zu beruhigen.