Cole Nussbaumer von Google führt in die kreative Datenvisualisierung ein, die Verschmelzung von Intelligenz und Schönheit, die die Marketingwelt im Sturm erobert hat. Trockene Daten werden interessant und verdaulich durch strategische Kreativität – dem Gegenteil von überstrapazierten 3D-Effekten und Farben, die Kopfschmerzen verursachen. Nussbaumer rät zu einem vernünftigen Ansatz bei der Gestaltung von Datenvisualisierungen durch den bedachten Einsatz von Farbe, Größe und Hervorhebungen.

Ich habe ein Lebensziel: Die Welt von schlechten PowerPoint-Präsentationen zu befreien. Wir alle haben schon in Präsentationen gesessen, die uns mit kitschigen Bildern, verwirrenden Balkendiagrammen und einem Tortendiagramm nach dem anderen gelangweilt haben. Das muss nicht so sein. Man kann selbst den trockensten Inhalten Leben einhauchen – wenn sie auf kreative Weise präsentiert werden.

Bei Google zeige ich allen Interessierten, von Marketingleuten bis zu Ingenieuren, die grundlegenden Prinzipien der Datenvisualisierung, mit denen sie Zahlen in packende visuelle Geschichten verwandeln können.

Eine kreative Datenpräsentation kann Zahlen menschlicher erscheinen und Statistiken zu Geschichten werden lassen. Durch die „Humanisierung“ der Daten werden diese Zahlen – und damit die Menschen und Unternehmen, die dahinterstecken – transparenter.

Hier sind einige der wichtigsten Lektionen, die ich bei Google in meinem Grundkurs „Data Visualization 101“ zum Besten gebe. Sie bekommen nun einen Spickzettel von mir, um kreativer mithilfe von Daten Geschichten erzählen zu können.

Seien Sie nicht irreführend

Der Kontext beeinflusst, wie die Menschen die von Ihnen gelieferten Informationen interpretieren. Erstellen Sie keine Diagramme für Datensätze, die tatsächlich zu klein sind, um echte, konkrete Schlussfolgerungen zu ermöglichen. Vergewissern Sie sich, dass die von Ihnen verwendeten Farben und die Gestaltung keine optischen Täuschungen hervorrufen. Geben Sie einen angemessenen Bezugsrahmen an. Falls Sie ein Balkendiagramm verwenden, sollte die Grundlinie bei Null verlaufen. Alles andere würde der Geschichte Ihrer Daten die Glaubwürdigkeit nehmen.

Vermeiden Sie Übergestaltung

Sie müssen nicht allen möglichen Schnickschnack Ihrer Software verwenden. Wussten Sie zum Beispiel, dass Tortendiagramme für das Publikum extrem schwierig zu interpretieren sind? Oder dass 3D-Diagramme nicht nur für visuelle Störungen sorgen, sondern auch die Präsentation der Daten verzerren, so dass sie kaum richtig gelesen werden können? Rasterlinien, Ränder und Schattierungen sorgen allesamt für Verwirrung bei der Datenvisualisierung. Wie beim Schreiben und Sprechen kommt es auch beim Datendesign darauf an, kurz und prägnant zu sein. So bleibt das, worauf es ankommt, klar erkennbar. Eine gute Gestaltung spricht sowohl den Verstand als auch die Fantasie an.

„Sie müssen nicht allen möglichen Schnickschnack Ihrer Software verwenden.“

Heben Sie das Wichtigste hervor

Setzen Sie visuelle Hinweise ein, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf wichtige Elemente zu lenken. Größe und Farbe, die auch als „präattentive Merkmale“ bekannt sind (da der Betrachter sie vor der Fokussierung seiner Aufmerksamkeit wahrnimmt), sind die wirksamsten Hebel, um die Augen und das Gehirn Ihrer Zuhörerschaft anzusprechen. Setzen Sie sie ein, um die wichtigsten Aspekte Ihrer Botschaft hervorzuheben.

Simpel schlägt schick

Eine komplizierte Visualisierung kann den Empfänger abschrecken, wenn die darin präsentierte Information zu schwierig zu erfassen ist. Entfernen Sie alles, was keinen Informationswert hat, so dass der Rest mehr in den Vordergrund rückt. Sie können notwendige, aber weniger wichtige Elemente eliminieren, indem Sie sie verkleinern oder grau machen und in den weniger Aufmerksamkeit erhaltenden Bereichen positionieren, wie etwa unter oder rechts neben Ihrer Grafik. Eine gute Gestaltung ist unkompliziert und sendet eine klare Botschaft. Simpel ist mehr als schick.

Setzen Sie Farbe strategisch ein

Farbe zeigt Ihrem Publikum, worauf es seine Aufmerksamkeit richten soll. Lassen Sie deshalb nicht Ihre Diagrammanwendung die Farbwahl für Sie treffen. Verwenden Sie Farbe sparsam und strategisch, um die wichtigen Teile der Datenvisualisierung und Geschichte hervorzuheben. Denken Sie daran, dass ungefähr 10 Prozent der Menschen farbenblind sind, was typischerweise zu Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von roten und grünen Farbtönen führt.