Die Digitalisierung verändert auch die Home & Garden-Branche: Der heutige Kunde erwartet ständige Erreichbarkeit, eine intelligente Vernetzung von stationärem und Online-Geschäft, und vor allem Bestellmöglichkeiten im Netz. Darauf müssen sich die Baumärkte und Gartenshops einstellen. Häufig fehlt es bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) an Zeit und Geld, um das nötige Know-how aufzubauen. Der Branchenexperte Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) ruft Händler dennoch dazu auf, jetzt zu investieren und interne Prozesse zu digitalisieren. Im Netz sollten sich Unternehmen im umkämpften Markt so positionieren, dass sie ein unverwechselbares Image haben. Durch Suchmaschinenmarketing können Neukunden generiert werden. Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer vom BHB, sagt: "Nur wer gefunden wird, wird auch besucht."

Der Onlinehandel stellt für die Home & Garden-Branche eine logistische Herausforderung dar. Eine Tonne Kies muss genauso angeboten werden wie ein kleiner Dübel.

"Wesentliche Voraussetzung für ein digitales Unternehmen der Home & Garden-Branche ist es, dass für alle Artikel Stammdaten angelegt sein müssen. Mit Preis, Artikelnummer und Beschreibung des Produkts”, sagt Dr. Wüst.

So können die Produkte auch leichter auf einer Webseite angeboten werden. Wenn alle Artikel ins System eingepflegt sind, sollten Händler auf das Multichannel-System setzen: mehrere Vertriebskanäle werden eingesetzt und miteinander kombiniert. Kunden können zum Beispiel online Artikel kaufen und das Produkt in einer Filiale abholen.

"Jeder Händler sollte in diese digitale Prozesse investieren - es lohnt sich", sagt Dr. Wüst.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Digitalisierung riesige Chancen bietet.

Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer, BHB

Der Kunde kann online jederzeit einkaufen, 24 Stunden am Tag – endlich eine Lösung hinsichtlich des strengen, deutschen Ladenschlussgesetzes. Durch den Onlinehandel erhält der Händler außerdem einen direkten Zugang zum Kunden. So hat er die Möglichkeit, diesen gezielt anzusprechen und ihm Angebote zu machen. Mit Suchmaschinenmarketing kann der Kundenkreis zudem über die regionalen Grenzen hinaus erweitert werden. Dr. Wüst: "Durch das Internet ist auch der kleine Dorfhändler plötzlich in der Lage, weltweit Kunden zu haben."

Händler müssten verstehen, dass die Digitalisierung erst einmal Arbeit koste. "Jetzt gilt es, die eigene Komfortzone zu verlassen. Viele Händler stehen vor großen Herausforderungen. Verbände wie unserer erklären, wo und wie Händler jetzt aktiv werden müssen."

Der BHB begleitet seine Mitglieder bei Fragen zur optimalen Vernetzung stationärer und digitaler Angebote und stellt den Kontakt zwischen Händlern und Kooperationspartnern her. Händler sollten keine Angst haben und einfach anfangen - aber nicht ohne Beratung. "Ohne Digitalisierung geht es nicht mehr. Wir sollten sie aber als Chance sehen. Also: Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern optimistisch in die Zukunft schauen."

Die folgenden konkreten Schritte empfiehlt der BHB kleinen und mittelständischen Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung:

Bestandsführung modernisieren: Der heutige Kunde möchte schnell Informationen erhalten. Er möchte wissen, ob das Produkt verfügbar ist, will es vorbestellen und abholen können. Damit Händler das anbieten können, brauchen sie ein sauberes und geschlossenes Warenwirtschaftssystem. Das bedeutet: Alle Artikel sind kodiert und im System eingetragen, es gibt eine hundertprozentige Bestandsführung. So weiß der Händler genau, welche Produkte im Laden verfügbar, und welche reserviert sind. Händler sollten jetzt und in Zukunft verlässlich Auskunft darüber geben können, ob sie das Produkt liefern können, oder nicht. Wer noch keine systematische Bestandsführung hat, sollte dringend aktiv werden und Geld investieren.

Internetauftritt verbessern: Bei der Planung einer Webseite sollte vor allem auf eine einfache und serviceorientierte Bedienung geachtet werden. Eine Webseite muss schnell funktionieren und keine langen Ladezeiten haben, gleichzeitig informativ und vertrauenswürdig sein. Wenn es keinen digitalen Einkaufszettel oder Bestellmöglichkeiten gibt, sollte der Kunde zumindest online Terminvereinbarungen vornehmen können oder sofortige Rückruf- oder Kontaktmöglichkeiten erhalten, die auch eingehalten werden. Auf testmysite.withgoogle.com finden Händler heraus, wie gut die eigene Website auf Mobilgeräten und Desktop-Computern funktioniert.

In-Store-Technologien einbinden: Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten, um den Kunden besser zu erreichen. Mit Virtual-Reality-Brillen kann die Gestaltung des Heimes virtuell geplant werden. Welche Farbe kommt an die Wand, welche Fliesen ins Bad? Wenn die Handynummer des Kunden registriert ist, kann er auf digitalen Werbetafeln persönlich begrüßt werden. Auch für ihn interessante Produkte können so gezeigt werden. Es geht aber auch einfacher und kostengünstiger. Ein guter Service sind auch Erklärvideos, auf denen etwa gezeigt wird, mit welchen Produkten der Kunde die Tapete von der Wand entfernen kann.

Regionales Suchmaschinenmarketing nutzen: Vor allem kleinere Unternehmen sollten sich im Onlinemarketing regional aufstellen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen haben in Bezug auf Onlinemarketing noch viel Potential. Regionales Suchmaschinenmarketing (SEM) ist bei vielen noch nicht angekommen. Hier wird die Möglichkeit, den Kunden online in seinem regionalen Umfeld abzuholen, liegengelassen. Dabei kann durch gezielte Ansprache eine sehr hohe Reichweite generiert werden.

Suchmaschinenmarketing, etwa über Google AdWords Express, kann die Besuche auf der Webseite verhundertfachen, die Bekanntheit des eigenen Unternehmens erhöhen und die Aufmerksamkeit der Kunden auf die Dienstleistung lenken. Google bietet spezielle Tools an, um eine relevante Zielgruppe zu erreichen. Die Erstellung einer AdWords Express Anzeige kann in nur wenigen Schritten erfolgen. Unter g.co/videokurs sehen Sie, wie Sie in nur 15 Minuten zu Ihrer ersten Anzeige kommen.