Mit guten Ideen verkauft man Produkte. Mit tollen Ideen verändert man Leben. Von der Eröffnung unserer Marke bis zum Eröffnen von Museen - wir sehen Kreativität als einen Weg an, um Probleme zu lösen - große und kleine. Lorraine Twohill, Google VP of Global Marketing, erklärt wie.

Ingenieure sehen die Welt anders. Die meisten von uns akzeptieren, was sie sehen, oder passen sich einfach der Umwelt an. Ein Ingenieur will wissen "Warum?" Warum sind die Dinge wie sie sind? Wieso können wir sie nicht ändern? Diese Leidenschaft für das Lösen von Problemen treibt viel kreatives Denken bei Google an. Wir wollen ein Unternehmen sein, das Probleme, die Milliarden von Menschen betreffen, in Angriff nimmt. Ganz gleich, ob diese Probleme klein und alltäglich oder riesig und von globaler Dimension sind.

Neugierde und Kreativität liegen nie weit auseinander. Man muss neugierig sein, um die Probleme zu identifizieren, die es sich lohnt zu lösen, und um mit neuen Lösungen aufwarten zu können. Das versuchen wir in der Google-Kultur auch zu pflegen. Unsere Teams bestehen aus Leuten die neugierig, leidenschaftlich und voller Elan sind. Sie haben verschiedene Werdegänge, aber sie haben alle einen unkonventionelle Einstellung in Bezug auf Arbeit, Spiel und Leben. Die Atmosphäre bei uns mag zwar locker sein, doch wenn neue Ideen auftauchen - beim Lunch, auf dem Campus, im Fitnessstudio - werden sie in atemberaubender Geschwindigkeit ausgetauscht, getestet und umgesetzt. Diese Ideen werden oft zur Startrampe für neue Projekte, die für eine weltweite Nutzung bestimmt sind.

Wir lösen Probleme nicht nur mit unserer Software, sondern auch mit unserem Marketing. Letztendlich wollen wir dazu beitragen, dass die Leute verstehen, wie Technologie ihr Leben bereichern kann, dass sie ihre Zeit mit wichtigeren Dingen als dem Lesen einer Anleitung verbringen können. Um das zu bewirken, müssen wir uns selbst stets die Frage "Warum" stellen und uns an einige Faustregeln erinnern: Konzentriere dich auf eine echte Person, sei offen, sag ja und entspreche einem Zweck.

In einer Welt, in der alles in Milliarden gezählt wird (Klicks, Aufrufe, Anwender), kann man schnell nur noch in Nummern und Zahlen denken. Daher wollen wir uns auf eine echte Person konzentrieren. Diese echte Person könnte deine Mutter sein, dein Bruder oder dein Freund. Indem man Technologie auf einen Punkt bringt, auf eine einfache Nachricht, die den Leuten wirklich etwas bringt, kann man ein Produkt persönlich machen. Das zeigt den Leuten, wie Technologie verbindet und ihren Alltag verbessert. Das ist nicht immer einfach, denn immerhin sind Menschen komplexer als Maschinen. Natürlich kriegen wir es nicht jedes Mal hin, aber unsere beste kreative Arbeit trägt auch eine einfache aber aussagekräftige Nachricht. Mit unserer "Dear Sophie" Werbung für Chrome wird gezeigt, wie eine Person - ein neuer Vater - das Internet nutzt um mit seiner Tochter, während sie aufwächst, Erinnerungen zu teilen.

Wir nehmen Kreativität von allen Seiten an. Die Ideen können von überall her kommen, nicht nur von einer "Kreativ"-Abteilung. Intern haben wir ein Open-Source-Verfahren für Ideen und wir arbeiten außerdem auch mit vielen Inhaltsurhebern, Künstlern, Entwicklern, Marken, Agenturen und auch mit Leuten zusammen, die uns wunderbare Ideen anbieten. Sie bereichern und inspirieren uns. In unserer zunehmend komplexeren Welt wird eine Zusammenarbeit zum Lösen von Problemen besonders wichtig. Aus diesem Grunde glauben wir auch so stark an die Macht von offenen Technologien und Plattformen. Sie befähigen jede Person überall, ihre einzigartigen Fähigkeiten, Perspektiven und Leidenschaften einfließen zu lassen um neue Produkte und Features auf unseren Plattformen zu kreieren.

„Es ist zu leicht, immer "Nein" zu sagen. Man wird allzu leicht vorsichtig. Nur wer „Ja“ sagt, Risiken eingeht, Neues ausprobiert, lernt und sich überraschen lässt, kann auch kreative Grenzen austesten. Bei Google entstehen nicht nur unsere Ideen in einem Open Source-Umfeld, wir sehen unsere ganze Marke als Open Source.”

Ob Sie jemandem helfen, der sich mit einem kleinen Geschäft selbständig gemacht hat; einem Mann, der zum ersten Mal Vater geworden ist; oder einem Kind, das mehr lernen möchte: Nur wer sich wenig darum schert, was für unmöglich gehalten wird, findet kreative Lösungen für Probleme.

Eine unserer Alternativen, "Chrome Experiments," animiert zu interessanten HTML5-Verwendungen auf unserem Chrome-Browser. Das wohl bekannteste Experiment, das daraus entstand, ist The Wilderness Downtown, ein interaktives Multimedia-Video mit der Musik von Arcade Fire. Es war eine Kollektivarbeit zwischen der Band, unserem Data Arts Team und dem Autor / Regisseur Chris Milk. In dem Projekt ging es nicht um die Technologie. Es ging darum, wie wir die Technologie einsetzen können, um das Musik-Video-Erlebnis neu zu definieren. Denn - seien wir ehrlich - seit MTV vor knapp 30 Jahren das erste Mal "Video Killed the Radio Star" vorstellte, hat sich nicht viel verändert.

Es gibt noch eine ganze Menge Beispiele, bei denen wir nicht viel Ehre einheimsen können. Durch Google+ können Künstler wie will.i.am von den Black Eyed Peas und Sängerin-Liedermacherin Daria Musk sich wieder vorstellen, wie ein Live-Konzert sein kann. Sal Khan verwendet die YouTube-Plattform, um das Bildungssystem, das sich in den letzten zwei Jahrhunderten kaum geändert hat, zu revolutionieren. 2006 begann der ehemalige Hedge Fund Analyst, Familienmitglieder aus der Ferne zu unterrichten. Er postete Unterrichtsstunden per Video, die sich die Familie in ihrer eigenen Zeit und in ihrem eigenen Tempo ansehen konnte. Seither ist seine "Khan Academy" zu einer Online-Sammlung von mehr als 2.800 Schulungsvideos angewachsen, mit mehr als 118 Millionen Aufrufen. Die Videos sind spaßig, clever und unglaublich kreativ. Für Khan begann alles als eine Lösung für ein Problem: Wie kann ich Unterrichtsstunden zeitlich mit Arbeit, Fußballtraining und verschiedenen Zeitzonen einplanen?

Kreativität kann also auch eine Entscheidung sein, die man trifft. „Es ist zu leicht, immer "Nein" zu sagen. Man wird allzu leicht vorsichtig. Nur wer „Ja“ sagt, Risiken eingeht, Neues ausprobiert, lernt und sich überraschen lässt, kann auch kreative Grenzen austesten. Bei Google entstehen nicht nur unsere Ideen in einem Open Source-Umfeld, wir sehen unsere ganze Marke als Open Source.”

Illustratoren und Engineers kreiieren jeden Tag wunderschöne Interpretationen von unserem Logo und wir stellen diese "Kritzeleien" auf unserer Website aus. Schon seit einigen Jahren gehört Doodle 4 Google zu meinen Lieblings-Marketingprogrammen. Das ist ein Wettbewerb für Schüler, die eine Kritzelei für gewisse Themen, wie "Unsere Gemeinschaft" oder "Meine Zukunft" entwerfen sollen. Niemand ist so kreativ wie ein Kind, und dieser Wettbewerb bestätigt mir das jedes Jahr immer wieder. Indem wir Anwender aller Altersgruppen dazu einladen, ihre Fantasien mit uns zu teilen, teilen wir auch das Eigentum unserer Marke.

Es war kein Zufall, dass wir die Beta-Version von Gmail mit 1 GB kostenlosem Speicherplatz am ersten April 2004 herausgebracht haben. So viel Speicherplatz ist heutzutage normal, aber damals konnte uns niemand das Wasser reichen, und die Leute nahmen an, dass das ein Aprilscherz war. Als sie merkten, dass das kein Spaß war, waren sie natürlich freudig überrascht, und es wurde eine riesige Geschichte daraus. Wir haben das nicht mit auffälliger Werbung gemacht, sondern mit einer Entscheidung. Eine ähnliche Sache war der kleine grüne Androidroboter. Wir haben uns entschieden, ihn unter Creative Commons zuzulassen, sodass jeder mit ihm machen konnte, was er wollte. Das half mit bei dem enormen Erfolg des Androiden und hat auch weltweit ein riesiges Momentum kreativer Energie gefördert.

Kreativität ist am machtvollsten, wenn sie einen Zweck verfolgt. Durch Projekte bei Google haben wir die besten Museen der Welt eröffnet (Art Project), wir halfen Kindern, eine Begeisterung für Wissenschaft zu entwickeln (Google Science Fair und YouTube Space Lab), wir zeigten, wie viel wir alle gemeinsam haben (Life in a Day), und wir brachten Kleinunternehmen ins Internet (Getting America"s Businesses Online). Wir haben ein starkes, ethisches Bewusstsein für unsere Existenz und für das, was wir tun. Wir glauben, dass unsere Hinterlassenschaft - als Unternehmen und als Einzelpersonen - in der Welt, die uns umgibt, einen Unterschied machen sollte.

Ob Sie jemandem helfen, der sich mit einem kleinen Geschäft selbstständig gemacht hat; einem Mann, der zum ersten Mal Vater geworden ist; oder einem Kind, das lernen möchte: Nur wer sich wenig darum schert, was für unmöglich gehalten wird, findet kreative Lösungen für Probleme.

Fragen Sie also das nächste Mal einen Techniker, was er oder sie tun würden. Oder noch besser, heuern Sie einen
an.