Werbetreibende konzentrieren sich intensiver auf Mobilgeräte und orientieren sich damit stärker an den Nutzern. Nutzerverhalten und Technologien verändern sich jedoch ständig, deshalb ist es mitunter schwierig, aktuelle Trends im mobilen Bereich zu erkennen und davon zu profitieren. Allerdings gibt es einige beständige Prinzipien, an denen sich Werbetreibende orientieren können. In dieser Ausgabe von "Digitale Sternstunden" stellt Rei Inamoto, CCO bei AKQA, die Grundsätze exemplarischer digitaler Arbeit im Mobile Marketing anhand von fünf Projekten vor.

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Zuständig für diese Ausgabe ist Rei Inamoto, CCO und Vice President bei AKQA.

Es gab einmal eine Zeit, in der die Welt digital war.

Während die Marketingbranche den Anschluss an die digitale Welt verlor, legte diese noch einen Zahn zu und verwandelte sich in eine sozial vernetzte Welt. Und während die Werbetreibenden fieberhaft versuchten (und noch immer versuchen), Schritt zu halten und die am meisten geteilten Selfies und Tweets zu veröffentlichen, wurde die Welt mobil und ermöglichte Nutzern, digitale und soziale Medien in der Hosentasche bei sich zu tragen.

Seit 2014 konzentrieren sich die Werbetreibenden endlich auf Mobilgeräte – viele Jahre nach den Nutzern, die längst mobil sind.

Was aber bedeutet "mobil"? Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten.

Vor zehn Jahren bedeutete "mobil", unterwegs zu telefonieren. Dann kam das standort- und zeitunabhängige Senden von SMS und E-Mails hinzu. Und schließlich wurde die Definition erweitert um Fotos und Foto-Sharing. Heute umfasst der Begriff "mobil" alle bisherigen Definitionen plus Videos und Apps. Auch die Art des Geräts spielt eine Rolle. Handelt es sich um ein Smartphone? Ein Tablet? Ein Wearable? Fallen all diese Geräte in die Kategorie "mobil"?

Funktionen und Geräte entwickeln sich weiter, es gibt jedoch drei wesentliche Prinzipien im Mobile Marketing, die unverändert bleiben:

  1. Übertragbar: Ihre Idee muss den Nutzer begleiten können. Wenn sie nicht immer und überall anwendbar ist, ist sie nicht mobil.
  2. Individuell: Markenzeichen der digitalen Welt ist ihr Potenzial zur Individualisierung. Ihre Idee muss die Anforderungen und Wünsche aller Nutzer erfüllen und das Erlebnis muss für jeden Nutzer einzigartig sein.
  3. Beständig: Ihre Idee muss den Test der Zeit bestehen – 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr –, denn "mobil" bedeutet: stets einsatzfähig. Das Erste, wonach viele Nutzer am Morgen greifen, ist ihr Mobilgerät. Es begleitet sie ins Büro, in die Mittagspause, nach Hause aufs Sofa und sogar, wenn sie schlafen. Das Mobilgerät ist immer dabei und eingeschaltet.

Wenn Sie Ihre Idee auf Mobilgeräte konzentrieren (was durchaus zu empfehlen ist), stellen Sie sich folgende Frage: Ist meine Idee übertragbar, individuell und beständig? Nur wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, kann von einer Idee für Mobilgeräte die Rede sein.

Sehen Sie sich die folgenden fünf Beispiele an (klicken Sie auf das entsprechende Bild, um mehr Informationen zu den jeweiligen Kampagnen zu erhalten). Hierbei handelt es sich um erfolgreich umgesetzte Ideen für Mobilgeräte.

#1 Intelligente Lehrbücher

Möglicherweise eine der größten Ideen, von der die Gesellschaft generationsübergreifend profitiert.

#2 Makeup Genius von L’Oreal

Praktische, benutzerfreundliche und unterhaltsame App.

#3 Written in the Stars

Ein Produkt von AKQA, das Emotionen und Technik in Einklang bringt.

#4 Nike Training Club

Ein weiteres Produkt von AKQA. Dabei handelt es sich um die weltweit erfolgreichste Fitness- und Trainings-App. Sie bildet das Netzwerk für das größte Fitnessstudio der Welt.

#5 Backseat Driver von Toyota

Die Idee ist simpel. Wer die App sieht, stellt sich die Frage: "Warum bin ich nicht darauf gekommen?"