In den USA war bislang American Football die tonangebende Sportart. Doch nicht erst bei der Weltmeisterschaft holte Fußball kräftig auf. Was das Interesse weltweit angeht, ist Fußball dem American Football weit überlegen. Und auch in den USA gewinnt Fußball immer mehr Fans. Letztes Jahr hatte dieser Sport dort mehr Anhänger als je zuvor. Zum Teil lässt sich das darauf zurückführen, dass Lateinamerikaner, die traditionell begeisterte Fußballfans sind, einen immer größeren Prozentsatz der Gesamtbevölkerung der USA ausmachen. Daher war die letzte WM auch eine bislang einzigartige Chance für Werbetreibende – sofern sie sich auf die neuen Spielregeln einließen. In den letzten vier Jahren hat sich in technischer Hinsicht viel getan, sodass den Fans immer mehr Interaktionsmöglichkeiten geboten werden. Darauf reagieren die Unternehmen entsprechend. Werbetreibende mussten sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen, um Fußballfans während der WM erfolgreich anzusprechen.

<big>Die Fußball-WM war für die ganze Welt ein bedeutendes Ereignis.</big>

Die Fußball-WM war das größte und am meisten vernetzte Sportereignis weltweit. In der Google-Suche war sie weltweit beliebter als die Olympischen Spiele und die Tour de France zusammengenommen. Für Unternehmen mit Sportfans als Zielgruppe, ob leidenschaftliche Anhänger oder Gelegenheitszuschauer, die beste Werbechance des Jahres.

Suchanfragen nach wichtigen Sportereignissen
<small>Quelle: Google-Daten, 1. Januar 2010 bis 14. Mai 2014, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen weltweit</small>

Die Weltmeisterschaft wurde auf der ganzen Welt mit Spannung verfolgt, am größten war das Interesse jedoch in lateinamerikanischen Ländern. Am häufigsten suchten die Menschen in Brasilien, Costa Rica, Haiti, Uruguay und Sierra Leone auf Google nach diesem Turnier.

Suchanfragen zur Fußball-WM pro Land
<small>Quelle: Google-Daten, 1. Januar bis 15. Mai 2014, Volumen der Suchanfragen weltweit</small>

<big> Dank dem Internet gewinnt Fußball auch in den USA immer mehr Fans. Junge Großstädter und Lateinamerikaner machen einen großen Anteil der Fußballanhänger aus.</big>

In den letzten fünf Jahren hat das Interesse in den USA stetig zugenommen, nicht zuletzt aufgrund von Großereignissen wie der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen.

Zunahme des Interesses an Fußball in den USA
<small>Quelle: Google-Daten, 1. Januar 2009 bis April 2014, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen in den USA</small>

Auch die englische Premier League sorgt dafür, dass das Interesse an Fußball in den USA steigt, vielleicht, weil es in diesem Fall keine Sprachbarriere zu überwinden gibt. Allein im letzten Jahr ist das Interesse um 233 % gestiegen. Nach dem europäischen Fußballverband UEFA wird ebenfalls häufig gesucht.

US-Interesse an der Premier League, Major League Soccer und der UEFA
<small>Quelle: Google-Daten, 1. Januar 2004 bis 15. Mai 2014, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen in den USA</small>

Fußball wird immer mehr zum "Trendsport für Denker", wenn man der New York Times glaubt.. Die meisten Suchanfragen zum Thema Weltmeisterschaft kommen aus Städten mit einem großen Anteil an jungen, kreativen Einwohnern.

Metropolregionen mit den meisten Suchanfragen zur WM
<small>Quelle: Google-Daten, 1. Januar bis 14. Mai 2014, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen in den USA</small>

In den meisten dieser Städte leben auch viele Lateinamerikaner. Genauso wie vor allem lateinamerikanische Länder für das große weltweite Interesse an Fußball verantwortlich sind, hat die wachsende Bevölkerungsgruppe der Lateinamerikaner enormen Anteil an der Beliebtheit des Sports in den USA. Laut dem Pew-Forschungszentrumfreuten sich 46 % der Lateinamerikaner auf die Weltmeisterschaft. Bei anderen weißen Bevölkerungsgruppen waren es 15 %.

Möglicherweise trägt das Internet, insbesondere der Zugriff über Mobilgeräte, zu dieser Entwicklung bei. Der Sportexperte Roger Bennett formulierte es in der New York Times so: "Fußball ist der ideale Sport für das Internetzeitalter. Fans in den USA können Spiele und Neuigkeiten aus allen Ligen weltweit in Echtzeit verfolgen und fühlen sich daher ihrer Mannschaft genauso verbunden, als ob sie gleich neben dem Stadion wohnen würden." Laut dem Medienunternehmen Nielsen zählen US-Amerikaner lateinamerikanischer Herkunft zudem zu den digitalen Trendsettern und steigen schneller auf Smartphones um als andere Bevölkerungsgruppen. Die logische Schlussfolgerung ist, dass digitale Medien ein zentraler Bestandteil jeder Strategie mit diesen Fans als Zielgruppe sein sollten.

<big>Mobile Geräte bieten Fußballfans neue Interaktionsmöglichkeiten rund um ihren Lieblingssport. Und umgekehrt bieten sich mobile Kanäle dazu an, Fans in Echtzeit zu erreichen.</big>

Viele Fans sind ständig online und verfolgen die Spiele auf ihrem Smartphone. Vor fünf Jahren war das noch anders. 2010 erfolgten etwa 18 % der Suchanfragen nach Spielen, Spielern und Teams während des WM-Finales über Mobilgeräte. Dagegen nutzen 2014 während eines Topspiels der UEFA Champions League 63 % der Fans Mobilgeräte. Dies war ein Indikator für die letztjährige Fußball-WM.

Nicht nur die Nutzung von Mobilgeräten ist neu, die Verhaltensmuster haben sich ebenfalls verändert. Bei der Weltmeisterschaft 2010 wurden während der Spiele weniger Suchanfragen verzeichnet, da Fans das Geschehen lieber auf Großbildschirmen und -leinwänden verfolgten.Gegen Ende der Spiele war die Suchaktivität am stärksten ausgeprägt, wobei hauptsächlich Desktop-Computer genutzt wurden, wie man am Beispiel der Partie Spanien – Niederlande erkennt. Mittlerweile ergibt sich ein völlig anderes Bild. Bei einem Spiel eines UEFA-Turniers im letzten Jahr wurden zum einen mehr Suchanfragen während der Partie gestellt, vor allem, wenn Tore fielen, zum anderen übertraf das Gesamtvolumen deutlich die Suchanfragen am Ende des Spiels Spanien – Niederlande bei der WM 2010.

Suchanfragen nach Spielen, Spielern und Teams während der Partie Spanien – Niederlande bei der WM 2010
<small>Quelle: Google-Daten, 11. Juli 2010, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen in den USA</small>

Suchanfragen nach Spielen, Spielern und Teams während der Partie Bayern München – Real Madrid, UEFA Champions League 2014
<small>Quelle: Google-Daten, 29. April 2014, indexiertes Volumen der Google-Suchanfragen in den USA</small>

Mittlerweile haben Fußballfans wesentlich mehr Interaktionsmöglichkeiten. Ein zweiter Bildschirm wird nun so häufig genutzt, dass man kaum glauben kann, dass er vor ein paar Jahren nur eine Randerscheinung war. Dadurch haben Werbetreibende mehr Möglichkeiten, Fans über das Internet zu erreichen, wenn ihr Interesse am stärksten ist.

<big>Fußballfans sehen sich gern Videoclips zu ihrem Lieblingssport auf YouTube an und immer wieder stehen Videos von Unternehmen in der Gunst der Zuschauer ganz oben.</big>

Fußball war letztes Jahr weltweit der mit Abstand beliebteste Sport auf YouTube.

Aufrufe von Sportvideos auf YouTube, 13. April bis 13. Mai 2014
<small>Quelle: Google-Daten, 13. April bis 13. Mai 2014, indexierte Videoaufrufe weltweit</small>

Die Anzahl der Stunden, in denen 2014 innerhalb von 30 Tagen Fußballvideos auf YouTube angesehen wurden, übertraf die Stundenzahl der Fußballsendungen während der Weltmeisterschaft 2010 – um das mehr als 900-Fache.


<small>Quelle: Google-Daten, 13. April bis 13. Mai 2014, Videoaufrufe weltweit</small>

Clevere Werbetreibende machen Fußballfans mit Videos auf sich aufmerksam. Vier der zehn beliebtesten YouTube-Werbespots im April 2014 hatten die Weltmeisterschaft als Thema. Interessanterweise wurden zwei der beliebtesten Videoclips von Nike veröffentlicht, einem Unternehmen, das nicht zu den offiziellen Sponsoren gehörte. Außerdem stammten die fünf zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels meistgesehenen Fußballvideos in den USA alle von Unternehmen. Dies war ein völlig neues Phänomen. Im Mai 2010 war nur eines der beliebtesten Videos ein Werbespot, nämlich Werbung für das brasilianische Lebensmittelunternehmen Seara. Und bereits bevor das Turnier begann, wurden die im letzten Jahr beliebtesten Videos auf YouTube 4,6 mal häufiger angesehen als die Top 5 aus dem Jahr 2010.



Weshalb ist diese Zielgruppe für Werbetreibende so wichtig? Fußballfans zeichnen sich durch ihre große Begeisterung aus. In einer Google-Umfrage vom Mai 2014 gaben 25 % der britischen Männer zu, dass sie während eines Fußballspiels zumindest schon feuchte Augen bekommen haben. Bei den britischen Frauen waren es nur 15 %. Um bei dieser begeisterten Zielgruppe Erfolg zu haben, muss ein Unternehmen nicht einmal der Sportbranche angehören. Sogar offizielle Sponsoren stammen häufig aus anderen Branchen. Ein beeindruckendes Beispiel: Die Agentur Ogilvy Brasil gewann in Cannes einen Preis für ihre integrierte Kampagne Unsterbliche Fans, die unter den Fans des brasilianischen Fußballvereins Sport Club do Recife die Bereitschaft zur Organspende förderte.

Unternehmen erkennen zunehmend, dass globale Ereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft interessante Möglichkeiten bieten, mit ihren Zielgruppen auf der ganzen Welt über digitale Kanäle in Kontakt zu treten. Dieser Trend wurde in den Monaten um die WM mit Spannung verfolgt.

<small>Erstmals bietet Trends interessante Informationen zu jedem Spiel des Turniers, darunter zu den wichtigsten Spielern sowie zu anderen wichtigen Themen. Weitere Informationen erhalten Sie unter google.com/worldcup .</small>