Jedes Jahr werden beim Wettbewerb "Future Lions" Studenten aus aller Welt gebeten, innovative Ideen einzureichen, die der Mitgestaltung der Zukunft dienen sollen. Dieses Jahr steht der Wettbewerb unter dem Motto "Start Something". Vor Kurzem hielt die Jury zusammen mit Studenten der Berghs School of Communication in Stockholm sowie der School of Communication Arts in London einen Hangout ab. Die Jurymitglieder beantworteten Fragen, die von den Studenten und via Twitter gestellt wurden, und verrieten, worauf es bei einer Idee ankommt, die es auf die Bühne in Cannes schaffen soll.

Dieses Jahr besteht die Aufgabe darin, eine Zielgruppe mit einer Werbeidee für ein globales Unternehmen auf eine Art und Weise zu verbinden, die vor drei Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Teilnehmer dürfen die Medien und Technologien zur Vermittlung ihrer Ideen dabei frei wählen. Zu diesem spannenden Auftrag gingen eine Menge Fragen ein. Einige davon haben wir hier zusammengestellt:

Was zeichnet eine herausragende Idee aus?

Zuerst sollten die Juroren erklären, worauf sie bei der Prüfung von Wettbewerbsbeiträgen am stärksten achten. Anna-Louise Gladwell, Director International Business Development bei AKQA, legt Wert auf ein Qualitätsmerkmal, dem auch die übrigen Jurymitglieder zustimmen: "Mir geht es um Originalität", so die Jurorin. "Wir suchen nach Ideen, die die Grenzen des Denkbaren neu definieren."

Die Gewinnerideen der letzten Jahre sind nach wie vor einzigartig und modern. Also schließe ich mich beim Erfolgsfaktor Originalität an,

ergänzte Steve Latham, Head of Talent and Training beim Cannes Lions Festival.

Torsten Schuppe, Director Brand and Consumer Marketing, EMEA, bei Google, fügte hinzu, dass die Ideen nicht nur originell, sondern auch mithilfe aktuell verfügbarer Ressourcen und Technologien umsetzbar sein müssen: "Das Motto lautet dieses Jahr 'Start Something', und das ist nur möglich, wenn das Ergebnis auch in der realen Welt funktioniert. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Teilnehmer beweisen können, dass ihre Idee tatsächlich umsetzbar ist."

Ian Wharton, Group Creative Director bei AKQA, wies die Teilnehmer außerdem darauf hin, wie wichtig die Faktoren Kontext und Interaktion bei der Frage sind, wie die Idee bei der Zielgruppe ankommt. "Der Begriff 'Interaktion' spielt im digitalen Zeitalter eine bedeutende Rolle. Wie schaffen wir es, dass sich Menschen mit unseren Produkten und Dienstleistungen beschäftigen? Wir können also entweder ein Produkt kreieren, das für Menschen und Unternehmen sinnvoll ist, oder eines, das abgelehnt wird. Nur wer Kontext und Intention berücksichtigt, wird eine gute Idee entwickeln, die das Unternehmen voranbringt."

Was ist wichtiger: die Idee oder die Präsentation?

Diese Frage kam immer wieder auf. Ian Wharton wies darauf hin, dass die Teilnehmer ihren Wettbewerbsbeitrag nicht als Film einreichen müssen, dass Präsentationen in Form von Folien in den letzten Jahren jedoch nie gut abgeschnitten haben. "Ich denke, ich kann in diesem Punkt für uns alle sprechen: Filmbeiträge werden definitiv bevorzugt."

"Es ist wichtig, die richtige Plattform für seine Idee zu wählen", betont Anna-Louise Gladwell und gibt wertvolle Einblicke in die Ideenentwicklung bei AKQA: "Wir berücksichtigen bei der Konzeption von Fallstudien drei Hauptaspekte: Wissen, Idee und Wirkung. Das lässt sich leicht in Form eines Films darstellen."

Bei der Frage, was nun wichtiger sei, waren sich die Jurymitglieder einig: "Sieht man sich die bisherigen Gewinner an, ist festzustellen, dass stets die Idee triumphiert. Auch wenn die Präsentation in Form eines ansprechenden Films erfolgt, ist letztendlich die Idee an sich entscheidend", schloss Steve Latham die Frage ab.

Vorstellungskraft und Realisierung

Beim Wettbewerb "Future Lions" sollen Studenten aus aller Welt ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Jury legt insbesondere auf zwei Aspekte Wert: Die Idee muss neu sein und sich in der Praxis umsetzen lassen. Auf diese Herausforderung angesprochen, betonte die Jury, dass ein wichtiger Erfolgsfaktor darin bestehe, wie ein Profi zu denken.

"Entscheidend ist, dass die Aspekte berücksichtigt werden, die für die Branche wichtig sind", erklärt Ian Wharton. "Natürlich müssen wir zur Entwicklung einer einzigartigen Idee die Grenzen unserer Vorstellungskraft austesten, dürfen aber gleichzeitig wirtschaftliche Gegebenheiten nicht außer Acht lassen. Die Idee muss eine echte Erfolgschance haben." Trotz der notwendigen Realisierbarkeit erinnerte Wharton die Studenten noch einmal daran, sich in der Phase der Ideenentwicklung nicht zurückzuhalten: "Die Vernunft soll nicht über die Kreativität siegen", gab der Creative Director abschließend zu bedenken.

Anna-Louise Gladwell gab nochmals Einblicke in den Auswahlprozess: "Die Ideen müssen umsetzbar sein. Darum prüfen wir als Jury alle Wettbewerbsbeiträge, die es in die engere Auswahl schaffen sollen, auf Realisierbarkeit."

Wer darf mitmachen?

Die Studenten, die am Hangout teilnahmen, gehörten zwei Hochschulen an, die sich auf Kommunikation spezialisiert haben. Via Twitter ging die Frage ein, ob der Wettbewerb auch Studenten anderer Fachrichtungen offenstehe.

Hier äußerte sich Ian Wharton eindeutig: "Future Lions steht Studenten aller Fachrichtungen offen. Ein kreativer Studiengang ist keine Voraussetzung. Tatsächlich hat in einem der letzten Jahre ein Jurastudent gewonnen, der nun in der Werbe- und Designbranche tätig ist. Wir suchen nach Teilnehmern, die dazu bereit sind, ihre Ideen in die Praxis umzusetzen."

Bewerbungen, die bis zum 6. April 2016, 20:00 Uhr MEZ eingehen, werden berücksichtigt. Das Video zum Hangout bietet weitere Informationen, beispielsweise zu den Themen Anzeigenblockierung und Portfoliomanagement und dazu, ob es in der Werbung (und im Leben) wichtiger ist, Gutes zu tun oder Geld zu verdienen.