Mitch Joel, President bei der globalen digitalen Marketing-Agentur Mirum, erläutert Ihnen, warum Marken heute wichtiger als jemals zuvor sind und weshalb sie sich grundlegend ändern müssen, wollen sie in einer total vernetzten Welt bestehen. Im ständigen Dialog mit so populären Marken wie Wal-Mart, Starbucks, Nestlé und Procter & Gamble, weiß niemand besser als Joel, wie schwer es heute für Marken ist, in Kontakt mit ihren Kunden zu treten.

Wer damals dachte, das Internet sei nur eine Modeerscheinung, denkt dies heute wahrscheinlich auch über die Bedeutung der Datenanalyse für das eigene Geschäft und kümmert sich nicht weiter darum ‒ absolut fatal für Werbetreibende. Sie befinden sich so mitten im Fegefeuer und sehen sich mit der Frage konfrontiert: Wie kommen wir hier wieder heraus? Wie müssen wir auf eine sich ständig verändernde digitale Welt blicken? Die Antwort ist im Prinzip ganz einfach: Menschen und Marken müssen heute einen kompletten Neustart wagen. Von ihrem Mut, dies zu tun, hängt ihre Zukunft ab. Denn die Welt hat sich und wird sich in den nächsten Jahren weiter stark verändern. Schon heute ist unsere Welt eine globale, eine vernetzte und eine datengetriebene. Und damit stellt sich für Marken die alles entscheidende Frage: sich anpassen oder untergehen?

Der Trick dabei ist: Wollen sie Kunden langfristig für sich gewinnen und die eigene Marke stärken, so müssen Werbetreibende bei sich selbst als Individuen anfangen. Sie müssen aufhören, skeptisch gegenüber digitalen Trends und Technologien zu sein. Dann fällt es ihnen viel leichter, wirkliche Chancen auch als solche zu erkennen. Und nicht nur das: Sie müssen eine Haltung einnehmen, die ihnen erlaubt, mehr als nur der Träger einer bestimmten Job-Funktion bzw. der Angestellte eines bestimmten Unternehmens zu sein. Um ein einfaches Beispiel zu nennen: Es ist ein Unterschied, ob jemand über sich selbst sagt “Ich arbeite bei Google” oder ob er sagt “Ich bin mittendrin, wenn es darum geht, Menschen aus der Musikindustrie zu erklären, was mit YouTube alles möglich ist.” In der ersten Variante geht es lediglich um das Konstrukt eines Unternehmens, in der zweiten darum, was jemand in diesem Unternehmen wirklich tut, wofür er sich genau einsetzt. Wer dies verinnerlicht, für den ist es deutlich einfacher, das Image einer Marke zu transportieren und so direkte Beziehungen zu Kunden aufzubauen und auch einen intensiven Austausch mit ihnen zu pflegen. Aber auch mit Blick auf den Markt müssen Werbetreibende ihr Denken ändern. Lassen Sie mich dies auch wieder an einem kurzen Beispiel erläutern: Werbetreibende können sich fragen “Wie stelle ich mir meine Branche im Idealzustand vor?” oder aber sie beschäftigten sich nur damit, wie sie ihre Risiken und ihren Einsatz in dieser Branche minimieren können. Raten Sie einmal, welche Marken langfristig bestehen werden? Richtig, es sind genau die, die sich mit der ersteren, der visionären Frage auseinandersetzen ‒ so wie es Marken wie beispielsweise Google oder Apple getan haben und immer wieder tun.

Was bleibt also am Ende festzuhalten? Wir selbst als Individuen und als Marken müssen den derzeitigen Wandel verstehen und auf die Zukunft vorbereitet sein. Denn genau genommen besitzen wir bereits alles, um bestens für diese gerüstet zu sein. Wir haben die Technologien. Wir haben die Daten. Wir haben die neuen Medienkanäle und -Plattformen. Wir können sogar jederzeit veröffentlichen, was wir wollen ‒ als Text, als Bild, als Audio- oder als Video-Beitrag ‒ und das alles kostenlos. Werbetreibende haben damit die besten Voraussetzungen, um in einen direkten Dialog mit ihren Kunden zu treten und sie an ihre Marke zu binden. Doch was sie aus der jetzigen Situation machen, wird entscheidend dafür sein, wie ihre Marken in den nächsten zehn Jahren wahrgenommen werden ‒ und ob sie sich anpassen können oder untergehen.


Mitch Joel, President of Mirum
 

Mitch Joel wird bei “Think with Google ‒ Turn Data into Growth” am 18. Juni 2015 in der Hamburger Fischauktionshalle die Keynote halten. Dabei wird er auch Inhalte aus seinem aktuellen Buch “CTRL ALT Delete” aufgreifen. Werfen Sie also Ende Juni auf jeden Fall einen Blick auf Think with Google ‒ dann wird Ihnen eine Zusammenfassung der Keynote weitere spannende Antworten auf die Frage liefern, warum Menschen und Marken einen kompletten Neustart wagen müssen.