In einer Welt in der mehr und mehr Daten aus unterschiedlichsten Quellen generiert werden, ist „Big Data“ ohne Frage ein hoch relevantes Thema für Versicherer. Der intelligente Einsatz von „Big Data“ kann Versicherern einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem er die Effizienz und Effektivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette steigert und gleichzeitig auch die Kundenzufriedenheit und Loyalität erhöht. Um dieses Potenzial nutzbar zu machen, müssen Versicherer jetzt agieren.

Versicherer sollten etwa eine geeignete Infrastruktur zur strategischen Hebelung von „Big Data“ schaffen, welche nicht nur die Sammlung und Speicherung extrem großer Datenmengen, sondern auch die Verwendung unterschiedlichster Datenformate ermöglicht. Darüber hinaus sollten Informations-Silos aufgebrochen werden und alle relevanten Datenquellen wie CRM Daten, Daten aus Online Marketing und Daten von vernetzten Endgeräten etc. zusammengeführt werden, um die integrierte Analyse aller relevanten Daten(sätze) zu ermöglichen. Nur so kann ein vollständiges Bild über den einzelnen Kunden bzw. Fall entwickelt werden.

Dafür sind wiederum Technologien erforderlich, welche die gesammelten Daten skaliert und automatisiert auswerten können. Nur dann können die Potenziale von “Big Data” vollständig ausgeschöpft werden.

Google hat seit seiner Gründung vor 18 Jahren ein sehr leistungsfähiges Angebot an Technologien zur Speicherung, Verarbeitung und Analyse von Big Data geschaffen. Die Google Cloud Platform bietet Versicherern die Möglichkeit ihre Daten sicher zu speichern, zu verwalten und zu organisieren, ohne selbst in Serverkapazitäten investieren zu müssen.

Um den Mehrwert nicht nur von „Big Data“ sondern der Digitalisierung generell für die Versicherungsindustrie, sowohl die Versicherer als auch die Versicherten, genauer zu durchleuchten, haben Google und die Managementberatung Bain & Company eine gemeinsame Studie veröffentlicht, „Die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft: Die 18-Milliarden-Chance“.

Diese Studie analysiert den Kundenmehrwert ausgewählter digitaler Lösungen und quantifiziert die finanziellen Auswirkungen (Top- und Bottom-Line) der Implementierung von modernen digitalen Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Sachversicherers. Im Rahmen der Studie wurden aus den Technologie-Pipelines von Google und anderen Unternehmen die für die Versicherungsindustrie wichtigsten Produkte und Lösungen ausgewählt. Hierzu wurde die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet – von der Produktentwicklung über das Underwriting und der Policenverwaltung bis hin zum Schadenmanagement. Zu Beginn wählten die Experten aus mehr als 100 denkbaren digitalen Anwendungen die 30 Themen mit der höchsten Relevanz aus. Dazu nutzten sie detaillierte Analysen und quantifizierten mögliche Effekte.

Für jede der 30 Anwendungen wurde nachfolgend untersucht, wie sich ihr Einsatz auf die einzelnen Kostenpositionen und Wertschöpfungsstufen absolut und prozentual auswirkt. Die Experten modellierten dazu den Prototypen eines deutschen Sachversicherers. Seine Einnahmen und Kosten basieren auf statistischen Daten.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Der Endkunde erhält simplere, transparentere und personalisiertere Kundenerlebnisse und wird bei geringeren Prämienzahlungen besseren Service bekommen. Die Sachversicherer können bis zu 28 Prozent höhere Beitragseinnahmen erzielen und bis zu 29 Prozent der Gesamtkosten adressieren. Für die deutsche Sachversicherungsindustrie bedeutet dies ein Wachstumspotenzial von bis zu 4 Milliarden Euro und bis zu 14 Milliarden Euro an möglichen Kosteneinsparungen.

Diese Ergebnisse unterstreichen das immense Potenzial der Digitalisierung in der Versicherungsindustrie und die Mehrwerte sowohl für Anbieter als auch für den Endkunden. Die Realisierung dieser Potenziale sollte für die Versicherungsindustrie ausreichend Anreiz zur Nutzung der neuesten digitalen Lösungen darstellen.

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