Es gibt immer mehr Optionen für Produkte, Designs und Entwicklung. Gleichzeitig wird es für Unternehmen zunehmend schwieriger, alle relevanten Faktoren zu berücksichtigen und den im Hinblick auf ihre Ziele, Fähigkeiten und Ressourcen richtigen Weg zu wählen. In den meisten Fällen müssen Entscheidungen über mehrere Jahre konsequent umgesetzt werden, damit sich die Investitionen amortisieren. Beim Produktpfad haben Sie beispielsweise die Wahl zwischen einer Website oder einer mobilen App. Entscheiden Sie sich für eine Website, steht anschließend das Webdesign zur Debatte. Wenn Sie eine mobile App entwickeln, müssen Sie zwischen Webtechnologie und nativem Code wählen. Google-Mitarbeiter Stephen Griffiths unterstützt Sie dabei, die richtige Entscheidung zu treffen, damit Sie Ihre Ziele erreichen.

Schritt 1: Produktpfad auswählen

Die beiden wichtigsten Produktpfade für Unternehmen sind Website oder mobile App. Wenn verschiedene oder mehrere Anwendungsfälle zu berücksichtigen sind, ist es unter Umständen sinnvoll, beide Optionen umzusetzen. Die Produkte schließen sich keineswegs gegenseitig aus. Folgende wichtige Aspekte sind bei den verschiedenen Produktpfaden entscheidend:

Oberste Priorität und Ausgangspunkt aller Überlegungen: der Kunde

  • Bei der Wahl des Produktpfads müssen Sie wissen, welche Probleme Ihrer Kunden Sie lösen möchten. Hierfür müssen Sie mit Ihren Kunden interagieren und die Probleme und Umstände verstehen, für die Ihr Produktpfad relevant sein wird.

Das Potenzial des jeweiligen Produkts berücksichtigen

  • Machen Sie sich bewusst, dass jedes Produkt bestimmte Vorteile bietet, die der Kunde unterschiedlich bewertet. Desktop-Websites, mobile Websites und Apps zeichnen sich jeweils durch ganz bestimmte Eigenschaften aus.

Zielsetzung bezüglich Reichweite oder Funktionen

  • Wenn Sie eine größere Reichweite anstreben, erreichen Sie mit einer Website eine sehr große Zielgruppe. Dabei sprechen Sie auch viele Nutzer über die Suche und in sozialen Medien an.
    • Eine weitere Möglichkeit ist, Ihre Website zu erweitern, indem Sie grundlegende Webkomponenten aus Google Polymer hinzufügen, um mehr Conversions und Interaktionen zu erzielen.
  • Wenn Funktionen bei Ihnen im Mittelpunkt stehen, ist eine native App sinnvoll, mit der Sie die neuesten Sensoren und Dienste nutzen. So sprechen Sie viele Bestandskunden an und ermöglichen umfassende Interaktionen.
    • Mit aktuellen und relevanten Widgets oder Benachrichtigungen sprechen Sie Smartphonenutzer auch ohne App proaktiv an.

Web-Apps bieten Reichweite und Funktionen

  • Verwenden Sie auf Ihrer Website vielseitige Komponenten, damit sie ähnliche Vorteile wie eine App bietet, zum Beispiel Offlinefunktionen, Push-Benachrichtigungen oder das Hinzufügen zum Startbildschirm. Sie haben auch die Möglichkeit, eine spezielle Web-App zu entwickeln.
    • Webkomponenten oder Web-Apps sind eine gute Alternative zu nativen Apps, wenn Sie nicht die neuesten Funktionen benötigen.
[image 1] [Title] VIER MÖGLICHE PRODUKTPFADE

Schritt 2: Designpfad wählen

Es gibt immer mehr Geräte und Bildschirmvarianten. Dadurch ist das Design für digitale Medien heute komplexer denn je. Neben neuen Plattformen wie Smart-TV und Smartwatches müssen auch neue Eingabemethoden und Kontexte berücksichtigt werden. Die Entfernung der Nutzer vom Gerät und deren Haltung sind unterschiedlich, Bildschirmgrößen und -ausrichtungen bieten nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Folgende wichtige Aspekte sind bei den verschiedenen Designpfaden entscheidend:

Beim Design sind viele Faktoren zu berücksichtigen

  • Die Auswahl an Geräten (wie Desktop-Computer, Smartphone oder Smartwatch), Betriebssystemen (wie iOS- oder Android), Bildschirmgrößen, Ausrichtungen und Auflösungen sowie Eingabemethoden (wie Maus, Touchdisplay oder Spracheingabe) ist schier unbegrenzt.
  • Nutzer setzen verschiedene Geräte mit diversen Bildschirmoptionen vielseitig ein und erwarten eine konsistente Erfahrung.
  • Komplexität stellt uns vor große Herausforderungen, die beim Design unbedingt bewältigt werden müssen, damit die Benutzerfreundlichkeit nicht eingeschränkt wird.

Responsive und adaptives Webdesign sind bei Websites der flexibelste und nachhaltigste Pfad.

  • Responsive Webdesign ist eine flexible und nachhaltige Methode, bei der das Format und die Position von Elementen wie Bildern und Inhalten mithilfe flexibler Raster an das jeweilige Gerät angepasst werden. Dieses System gilt als verhältnismäßig zukunftssicher.
    • Unternehmen, die Responsive Webdesign nicht auf allen Geräten gleichzeitig implementieren möchten, sollten zunächst nur eine bestimmte mobile Website dafür verwenden. Sobald die Conversion-Rate stabil und die Nutzererfahrung konsistent ist, können auch Tablets und Desktop-Computer berücksichtigt werden.
  • Adaptives Webdesign geht über den Responsive-Ansatz hinaus und sorgt für eine ultimative Nutzererfahrung auf jedem Gerät. Mithilfe flexibler Raster und Breakpoints lassen sich Inhalte an jedes Gerät, jeden Bildschirm, jede Auflösung und damit jeden Anwendungsfall anpassen.

Material Design: konsistente Erfahrung im Web, in nativen Apps und auf allen Geräten

  • Die Vielseitigkeit von Smartphones wirkt sich auch auf das Design nativer Apps aus. Dass es verschiedene native Plattformen gibt, macht das Ganze noch komplizierter. Responsive und adaptives Webdesign sind die Lösung.
  • Material Design ist ein Darstellungsansatz, mit dem das gleiche System auf jedem Gerät anders zu sehen ist. Dies ermöglicht einheitliche Benutzeroberflächen für verschiedene Geräte und Websites sowie in nativen Apps.

Design mit Fokussierung auf den Mobilbereich

  • Machen Sie sich typische vermeintliche Nachteile von Smartphones zunutze. Auf dem kleinen Display lassen sich beispielsweise die wichtigsten Inhalte einfach hervorheben, während weniger relevante Elemente nicht zu sehen sind oder ganz entfernt werden.
  • Gehen Sie beim Design und bei der Codierung zunächst vom kleinsten Gerät, also einem Smartphone, aus. Für größere Geräte können Sie dann nach und nach weitere Inhalte hinzufügen. Das ist einfacher, als Elemente zu entfernen.
[Image 2] [Title] DARAUF SOLLTEN SIE BEIM DESIGN ACHTEN [image source] ScientiaMobile (MOVR 2015, 1. Quartal 2015, Infografik); Scott Hurff

Schritt 3: Entwicklungspfad wählen

Bei der Entwicklung haben Sie im Wesentlichen die Wahl zwischen zwei Pfaden: Webtechnologie (Codierung mit HTML, CSS und JavaScript) und nativer Code (Codierung mit Java, Objective C usw.). Bei Websites und Web-Apps, die über Browser aufgerufen werden, kommen Webtechnologien zum Einsatz. Bei mobilen Apps, die in App-Stores angeboten werden, sind nativer Code (für native Apps) oder Webtechnologien (für Hybrid-Apps) die Alternative. Folgende wichtige Aspekte sind bei den verschiedenen Entwicklungspfaden entscheidend:

Technische Leistung von Websites mithilfe der neuesten Entwicklungstools optimieren

  • Die Webentwicklung ist mittlerweile stark ausgereift und es gibt zahlreiche Experten. Dieser Entwicklungspfad sollte also keine größeren Probleme bereiten.
  • Die meisten Unternehmen versuchen, die Nutzererfahrung bzw. Benutzeroberfläche zu optimieren. Doch die technische Leistung darf nicht außer Acht bleiben, wenn die Erfahrung weiter verbessert werden soll und mehr Conversions angestrebt werden. Auch bisherige Leistungsprobleme lassen sich so überwinden. Mithilfe der Google-Tools zur Steigerung der Webleistung lässt sich die Leistung beim Starten und Laden optimieren.
  • Eine Möglichkeit, Ihre Website zu erweitern und mehr Conversions zu erzielen, ist, grundlegende Google Polymer-Elemente und Webkomponenten hinzuzufügen, etwa optimierte Formulareingabe oder Autovervollständigung.

Mit modernen Webentwicklertools Websites anpassen oder spezielle Web-Apps entwickeln

  • Entwickler können Websites vielfältiger gestalten und mehr Interaktionsmöglichkeiten bieten, indem sie App-ähnliche Funktionen implementieren. Beispiele sind Offlineunterstützung, Splash-Screens, Synchronisierungen im Hintergrund, Push-Benachrichtigungen und Hinzufügen zum Startbildschirm.
  • Mit dem Google-Tool Polymer können Sie Web-Apps entwickeln, die geräte- und bildschirmübergreifend eine einheitliche Nutzererfahrung bieten. Dabei werden modulare, wiederverwendbare, standardbasierte Elemente und Webkomponenten verwendet, die klein, schnell und mit vielen modernen Webbrowsern kompatibel sind.
  • Der Katalog an Polymer-Elementen ist bereits sehr umfassend und wird laufend erweitert. Einige entsprechen dem Konzept des Material Design, können jedoch beliebig an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
  • Nach und nach lassen sich weitere Elemente auf Websites hinzufügen oder bei der Entwicklung neuer Web-Apps verwenden.

Funktionsreiche native Apps entwickeln

  • Entwicklerprioritäten liegen bei nativem Code und zwei Plattformen – Android und iOS. Daher müssen Sie nur zwei Apps entwickeln, um den Großteil des Marktes zu erreichen.
  • Wenn Ihr Geschäftsziel darin liegt, viele Funktionen bereitzustellen und die Leistung zu optimieren, sind native Apps am besten geeignet. Mit nativem Code im Betriebssystem bieten sie eine hervorragende und stabile Responsive-Leistung, die vielseitigste Benutzeroberfläche sowie Zugriff auf die neuesten Sensoren, Dienste und APIs.

Auf Hybrid-Apps weitgehend verzichten

  • Wenn Geschwindigkeit und Kosten wichtiger als die Nutzererfahrung sind oder nur einfache Apps für Kunden und Mitarbeiter oder Prototypen entwickelt werden sollen, ist bei der Entwicklung der Hybridpfad dem nativen vorzuziehen.
  • Doch mit Hybrid-Apps lassen Sie sich auf viele Kompromisse ein, denn sie sind nativen Apps in mehreren Punkten unterlegen: technische Leistung (Webtechnologie in einer nativen Hülle), Nutzererfahrung (Android- und iOS-Benutzeroberflächen unterschieden sich visuell), Testkomplexität (viele unterschiedliche Webansichten) sowie die Gefahr, von bestimmten Anbietern abhängig zu sein.
[image 3] [Title] POTENZIAL DER ENTWICKLUNGSPFADE UND ERFORDERLICHE FÄHIGKEITEN DES UNTERNEHMENS

Fazit: Pfade mit Bedacht wählen

  • Mit der Entscheidung für einen Pfad gehen Sie wahrscheinlich eine langjährige Verpflichtung ein.
  • Berücksichtigen Sie die lang- und kurzfristigen Anforderungen für Reichweite und Funktionalität.
  • Prüfen Sie den Aufwand und die Kosten, die im Vorfeld sowie bei der Umsetzung entstehen.
  • Achten Sie bei Design, Entwicklung und Testfunktionen auf die richtige Mischung und Ausgereiftheit.

Wir stellen für alle drei Entscheidungsbereiche – Produkt, Design und Entwicklung – die wichtigsten Pfade, Überlegungen und Vorteile vor und geben Empfehlungen. Wenn Sie sich vor diesen kritischen, zusammenhängenden Entscheidungen umfassend informieren möchten, laden Sie den Vollständigen Bericht oder einzelne Bereiche daraus (Produkt, Design oder Entwicklung) herunter.