Früher war Technologie etwas, das nur die Kollegen aus der IT-Abteilung wirklich verstanden. Heute durchdringen Technologien jeden Aspekt des Geschäfts und ändern sich schneller, als man "Wearables" sagen kann. Daher machen sich viele von uns im Januar immer auf den Weg nach Vegas. Dort wird auf der CES die neueste Unterhaltungselektronik präsentiert, die im nächsten Jahr auf den Markt kommen wird. Es gibt viele neue technische Raffinessen zu bestaunen, aber für clevere Werbefachleute geht es mehr um den Verbraucher als um die Elektronik. Alle diese neuen Produkte und Dienste zusammengenommen werden sich tiefgreifend auf unser Leben auswirken – wie wir Medien nutzen, wie wir Entscheidungen treffen und welche Erwartungen wir an Unternehmen stellen. Was also hält das Jahr 2015 für uns bereit? Und wie sollten Werbetreibende darauf reagieren?

Plattformen für das vernetzte Leben sind auf dem Vormarsch

In den letzten Jahren gab es viel Aufheben um das künftige "Internet der Dinge", ein Schlagwort, das die Fülle neuer Geräte beschreibt, die (neben Computern) eine Verbindung zum Internet herstellen können. 2015 werden immer mehr vernetzte Geräte in raschem Tempo den Markt erobern. Bis Ende des Jahres werden laut Gartner weltweit mehr als 4,9 Milliarden vernetzte Geräte eingesetzt, ein Anstieg von 30 % gegenüber 2014.

Aber auch ohne diese beeindruckenden Zahlen ist klar, was die Zukunft bringt. Wir müssen uns einfach nur ansehen, wie wir diese Technik im Alltag nutzen. Mit zunehmender Verbreitung und Interaktion dieser Geräte steigt die Zahl der vernetzten Plattformen, die uns bei alltäglichen Dingen helfen – von der Unterhaltung zu Fahrerassistenzsystemen über das vernetzte Zuhause bis hin zu unserer.

Der Unterhaltungssektor ist vielleicht der erste dieser Bereiche, in dem vernetzte Plattformen auf dem Vormarsch sind. In den USA sind laut Leichtman Research Group mehr als 50 % der Fernsehgeräte vernetzt. Und womit sind all diese Fernseher vernetzt? Mit Streamingdiensten oder mit Ihrem Smartphone oder Tablet, wenn Sie Google Chromecast oder ein anderes Streaminggerät besitzen. So ist es ganz leicht, ein Video zu finden und es auf dem großen Bildschirm anzusehen.

Auch in anderen Kategorien werden ähnliche Arten von Plattformen eingesetzt. Ihre Haushaltsgeräte, Thermostate, Rauchmelder und sogar Ihre Kaffeemaschine sind vermutlich noch nicht vernetzt, aber viele der derzeit auf dem Markt angebotenen Geräte sind es bereits. Und bei einem Neuwagenkauf haben Sie neben Farbe und Ausstattung vielleicht noch eine weitere Auswahl zu treffen: das mobile Betriebssystem. Damit können Sie mit Ihrem Smartphone navigieren, Musik wiedergeben, Texte senden und mehr – alles über das Armaturendisplay des Fahrzeugs.

Dieser Trend zur Vernetzung wird nicht so bald nachlassen. Dank kostengünstiger Sensoren und Hardware können clevere Erfinder immer mehr einfache Gegenstände, vielleicht sogar Bratpfannen oder Fußbälle, in intelligente vernetzte Objekte verwandeln. Schon bald wird diese Vernetzung ein fester Bestandteil unseres Alltags sein, und die entsprechenden Plattformen werden neue Maßstäbe in puncto Service und Komfort setzen.

Das persönliche Internet: Smartphones als echte Assistenten

Womit stellen alle diese vernetzten Geräte eine Verbindung her? Im Großen und Ganzen mit Ihrem Smartphone. Das Smartphone ist die neue Fernbedienung – und zwar nicht nur für den Fernseher, sondern für alle Bereiche des Lebens. Als Hub für alle anderen Geräte wird es zu einem stets präsenten persönlichen Assistenten für seinen Besitzer.

Wie jeder gute persönliche Assistent erledigt Ihr Smartphone seinen Job, indem es Ihren Kontext – Wo befinden Sie sich? Wohin gehen Sie? – und Ihre Absicht – Was werden Sie tun? – versteht. Diese Informationen werden dann in Ihre anderen Geräte eingespeist, sodass alle zusammen Ihnen besser zu Diensten sein können. Aus dem "Internet der Dinge" wird also – mit Ihrer Zustimmung – das "Persönliche Internet", ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Netzwerk, das Ihr Leben vereinfacht.

Das persönliche Internet wird von Unternehmen bereits realisiert. Uber und Lyft nutzen das Potenzial des Kontexts beispielsweise, damit Nutzer sich ganz leicht per App ein Taxi bestellen können. Die neue Starbucks-App zur mobilen Bestellung sucht die nächste Starbucks-Filiale, sendet Bestellungen dorthin und informiert den Nutzer, wann er die Bestellung abholen kann und wie er zur Filiale gelangt. Noch beeindruckender ist jedoch das, was möglich ist, wenn das Smartphone eine ganze Sinfonie von Geräten dirigiert. Die Interaktionen dieser Geräte lassen sich mit einer Wenn-Dann-Logik abstimmen. Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihren Thermostat nicht programmieren müssen, damit morgens die Heizung eingeschaltet wird. Stattdessen kommuniziert der Thermostat mit Ihrem Schlafüberwachungsarmband, um die Heizung genau dann aufzudrehen, wenn Sie aufwachen. Dies ist keine verrückte Utopie, sondern eine Technologie, die unser Leben durch übergangslos ineinandergreifende Dienste vereinfacht.

Das neue Mantra der Unternehmen: "Immer besser werden"

Diese Trends haben weitreichende Auswirkungen für die Verbraucher sowie die Unternehmen, deren Dienste sie in Anspruch nehmen. Heutzutage erwarten Verbraucher, dass sie genau in dem Moment, in dem sie eine Frage haben oder etwas benötigen, die gewünschten und exakt auf sie zugeschnittenen Antworten und Dienstleistungen zu erhalten – und es gibt viele dieser Momente. Zuschauer, die sich eine Sendung, einen Film oder eine Veranstaltung ansehen, möchten (sofort) Informationen über die Schauspieler oder Akteure bzw. über die Sponsoren und Produkte erhalten. Wenn Verbraucher einen Kauf in Erwägung ziehen, möchten sie Empfehlungen lesen, den besten Preis finden und sehen, wo das Produkt vorrätig ist. Und geht einmal etwas kaputt oder schief, erwarten Kunden, den benötigten Service zu erhalten. Diese kurzen Momente der Entscheidungsfindung gibt es ständig – und je vernetzter wir sind, desto besser die Ergebnisse.

Aber 2015 reicht es nicht mehr aus, den Nutzern genau in diesen Momenten das Leben zu vereinfachen. Die Gewinner werden diejenigen sein, die alle ihnen zur Verfügung stehenden Informationen nutzen, um sich fortlaufend zu verbessern, damit die nächste Nutzererfahrung besser als die vorherige ist. Haben Sie einem Kunden soeben ein Möbelstück nach Hause geliefert? Dann wird dieser Kunde Ihre Website vielleicht besuchen, um nach Hilfe bei der Montage zu suchen oder um sich Anregungen für passendes Zubehör oder ergänzendes Mobiliar zu holen. Hat jemand ein Problem mit einem Produkt? Wenn Sie gut vernetzt sind, sollte Ihr Kundenservice-Team das Problem bereits kennen, noch bevor dieser Kunde bei Ihnen anruft.

Technikunternehmen sind ziemlich gut darin geworden, den nächsten Trend aufzuspüren. Beispiele hierfür sind Empfehlungssysteme auf Shopping-Websites und Streamingdienste. Aber nun bietet sich jedem Unternehmen die Chance, genauso clever zu agieren. Aus jedem Gerät – sogar aus jeder Kundeninteraktion – können Unternehmen etwas lernen. Die erfolgreichsten Unternehmen nutzen diese Erkenntnisse, um in den entscheidenden Momenten überraschend hilfreich für Nutzer zu sein.