Das digitale Zeitalter bringt enorme Veränderungen mit sich. Elen Macaskill, General Manager bei L'Oréal Paris, Mike Ramseyer, CEO bei Mymarketmonitor.com, und Justine Southall, Publishing Director bei Marie Claire, haben im Rahmen einer offenen Gesprächsrunde tolle Ideen vorgetragen, wie Unternehmen in diesem Umfeld erfolgreich sein können. Diesen Experten zufolge gibt es drei wichtige Methoden, um das Überleben und Florieren von Unternehmen zu sichern: Verknüpfung von Betriebsabläufen, Schwerpunktlegung auf Inhalte und intelligentere Analysemethoden.

Elen, was macht L’Oréal, um mit dem digitalen Zeitalter Schritt zu halten?

Elen: Wir haben sehr viel ändern müssen – und das nicht nur innerhalb des Marketingteams. Wir mussten unser gesamtes Geschäft überdenken. Was ich jeden Tag zu spüren bekomme, ist die zunehmende Komplexität. Wir müssen uns voll auf den ROI konzentrieren, da wir mit immer weniger Ressourcen immer mehr erreichen müssen. Wir bemühen uns, die Kosten zu senken und die Ausgaben wirksam einzusetzen, um mehr Inhalte und angepasste Anzeigen zu erstellen.

Zusammenarbeit ist sehr wichtig und erfordert von den Teammitgliedern ganz neue Fähigkeiten. Um unsere Aktivitäten auszubauen, benötigen wir mehr denn je Mitarbeiter, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden können.

Justine, wie geht Marie Claire als traditionelles Druckerzeugnis das digitale Zeitalter an?

Justine: Wir generieren Inhalte. Die Inhalte sind zweifellos das, was uns am Leben erhält. Marie Claire genießt seit vielen Jahren das Vertrauen von Frauen, die unsere Inhalte konsumieren und sich davon inspirieren lassen. Die Zeitschrift ist das Kernstück des Ganzen – das, was man erleben und anfassen kann. Durch das Internet konnten wir unsere Reichweite jedoch weit über das hinaus vergrößern, was rein mit einer Zeitschrift möglich gewesen wäre.

Die Qualität der Inhalte ist der Schlüssel, um Leser zum Kauf von Marie Claire zu bewegen und ein Teil davon zu werden. In der Onlinewelt sieht die Sache anders aus, weil wir die Inhalte kostenlos bereitstellen. Die Nutzer besuchen unsere Website, weil sie den Namen und unsere Kompetenz anerkennen. Daher belegen wir bei Google die obersten Positionen bei Hunderten von Suchanfragen aus dem Bereich Schönheit.

Marie Claire hat angekündigt, dass man in Partnerschaft mit dem Unternehmen Speciality Stores Einzelhandelsgeschäfte in der Schönheitsbranche eröffnen wird. Warum haben Sie sich für diese Zusammenarbeit entschieden?

Justine: Für viele Frauen ist das Leben eine außergewöhnlich komplexe Angelegenheit. Es gibt sehr viele Informationen und Produkte, sodass es wichtig ist, eine Art Wegweiser zu haben. Wenn sich Frauen bei Marie Claire darüber informieren, welche Wimperntusche am besten ist, wäre es doch toll, wenn sie diese gleich kaufen könnten, oder?

Mike, was müssen Unternehmen in diesem komplexen Umfeld im Hinblick auf Analysen wissen?

Mike: In der Schönheitsbranche sucht man derzeit nach Möglichkeiten, den Wert von Aktivitäten im Internet und in sozialen Medien zu messen. Ich selbst und auch viele unserer Auftraggeber glauben, dass man hierzu die Interaktionen pro 1.000 Impressionen, kurz EPM, nutzen kann. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen einen Text gesehen und positiv kommentiert sowie anschließend eine Aktion ausgeführt haben. Der nächste Schritt ist dann, die Kosten einer Kampagne diesem EPM-Wert gegenüberzustellen. Mit einer einfachen Rechnung lassen sich die Kosten pro 1.000 Aktionen ermitteln. Dieser Wert spiegelt die Aktivitäten in der Branche am besten wider.

Dies führt zu einem ROI, der dann wieder dem Unternehmen zugutekommt. Das ist bei keinem anderen Medium als dem Internet und sozialen Medien auf diese Art möglich. Ich glaube, dass die Schönheitsbranche davon profitieren wird.