Age of Assistance: Große Lektionen von kleinen Unternehmen

Wenn ich die Zielsetzung von Google in einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es "Unterstützen": Menschen helfen, die Informationen zu finden, die sie benötigen. Das Internet verbessern und noch nützlicher machen. Unternehmen dabei helfen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. 

Wenn Sie Ihr Unternehmen voranbringen möchten, müssen Sie Ihre Kunden während des gesamten Kaufprozesses unterstützen – von der ersten Recherche über den Bezahlvorgang bis hin zu Fragen nach dem Kauf. Das wird immer wichtiger, da die Menschen anspruchsvoller und ungeduldiger werden. Der Marketingtrichter verändert sich und lässt sich nicht mehr so einfach definieren

Ich habe mir unsere Grow with Google-Geschichten und den diesjährigen Economic Impact Report angesehen und für diesen Artikel die Ideen herausgesucht, von denen Unternehmen aller Größen profitieren können. Mit einigen dieser Ansätze betreten Geschäftsinhaber absolutes Neuland, mit anderen werden traditionelle Geschäftsstrategien einfach gut umgesetzt. Sie sind Quellen der Inspiration.

Sehen wir uns an, wie Unternehmen andere unterstützen und wie sie davon profitieren.

Age of Assistance: Große Lektionen von kleinen Unternehmen

Bedürfnis oder Nische erkennen

Das ist das ursprüngliche Geschäftsmodell. Sie ermitteln (oder wecken) ein Bedürfnis und decken es dann. Jahrzehntelang waren die am schnellsten wachsenden Unternehmen vor allem auf hohes Volumen ausgerichtet. Dabei ging es darum, ein Produkt zu entwickeln, das möglichst viele Menschen anspricht, und dieses so gut wie möglich zu vermarkten. Das digitale Zeitalter hat jedoch eine neue Art von Nutzern hervorgebracht. Wenn jemand auf dem Smartphone oder Laptop nach einem Produkt sucht, erwartet er, es sofort zu finden. Deshalb müssen große und kleine Unternehmen umdenken, wenn sie ihre Produkte erfolgreich vermarkten oder ihr Sortiment erweitern möchten.

Stellen Sie sich beispielsweise einen Liebhaber von Querbindern vor. Er kennt bereits alle Geschäfte in seiner Nähe und die wenigen Stücke, die er noch nicht gekauft hat, sind überteuert oder von schlechter Qualität. Aber zum Glück gibt es Kirk Hinckley aus Gaithersburg, Maryland, USA. 1994 gründete er The Bow Tie Club und sein Unternehmen hat sich gemeinsam mit dem Internet weiterentwickelt. Ganze 90 Prozent seines Marketingbudgets fließen inzwischen in digitale Werbung. Der Grund liegt auf der Hand. Wenn jemand einen Querbinder braucht, sucht er wahrscheinlich im Internet danach. Und dann findet sich The Bow Tie Club sicherlich ziemlich weit oben in den Suchergebnissen.

"Das ist äußerst wichtig, um die Wünsche des Kunden zu verstehen, unser Angebot zu verfeinern und für ein besseres Einkaufserlebnis zu sorgen."

Hinckley weiß, dass ein Nutzer, der nach einer Fliege sucht, auch eine Kaufabsicht signalisiert. "Reichweite und Kaufabsicht sind zwei entscheidende Faktoren, bei denen Google Ads im Vergleich zu anderen Werbetools punktet", betont er. Das Unternehmen verwendet außerdem Analysetools, um seine Onlinepräsenz zu optimieren. "Das ist äußerst wichtig, um die Wünsche des Kunden zu verstehen, unser Angebot zu verfeinern und für ein besseres Einkaufserlebnis zu sorgen." 

Das gilt jedoch nicht nur für modische Nischenartikel. Rug Pad USA ist ein Unternehmen mit Direktvertrieb aus Bridgeport, Connecticut, USA. "Wir haben eine Nische gefunden. Unser Geschäft ist nicht glamourös", erklärt CEO Will McDonald, "Deshalb mögen wir es". Wenn jemand ganz spezifisch nach Teppichunterlagen sucht, hat er höchstwahrscheinlich eine Kaufabsicht.

Alle Schritte berücksichtigen

Wir haben diesen Punkt das ganze Jahr immer wieder betont. Unternehmen, die Nutzer während des gesamten Kaufprozesses unterstützen, sind erfolgreicher. Dazu gehört aber nicht nur, das Produkt oder den Standort im Internet auffindbar zu machen. Es ist zwar enorm hilfreich, wenn Öffnungszeiten und Standorte leicht zu finden sind und eine Website schnell lädt und reibungslos funktioniert, aber Unternehmen sollten potenziellen Kunden schon vor dem Kauf bestimmte Informationen zur Verfügung stellen und auch danach noch für sie da sein.

Tuft & Needle ist ein Onlineshop für Matratzen aus Arizona, USA. Zu Matratzen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, die Gründer von Tuft & Needle wussten aber, dass Käufer Bedenken haben könnten, eine Matratze im Internet zu bestellen. Daher produziert das Unternehmen YouTube-Videos, in denen alles vom Auspacken bis hin zu häufig gestellten Fragen behandelt wird.

Ein weiterer Ansatz ist, Kunden die Produkte einfach vor dem Kauf virtuell testen zu lassen. Auf der Website von Carousel Designs aus Georgia, USA, gibt es ein interaktives Tool, mit dem werdende Eltern ihr Kinderzimmer selbst entwerfen und visualisieren können.

Anderen helfen

Wenn man sich den Economic Impact Report und die Grow with Google-Geschichten ansieht, fällt immer wieder auf, wie stark diese kleinen und mittelständischen Unternehmen in ihren Gemeinden verankert sind. Viele dieser Geschäftsinhaber geben sich nicht damit zufrieden, einfach mehr Umsatz zu erzielen, sondern möchten ihre Gemeinden und die Menschen unterstützen, die dort leben und arbeiten.

Die Unterstützung einer Gemeinde kann direkt in die Ziele eines Unternehmens eingebunden werden.

Wirklich bemerkenswert ist es, wenn die Unterstützung einer Gemeinde direkt mit den Zielen eines Unternehmens verbunden werden kann. Das ist bei großen Unternehmen wie Lowe's gelungen, trifft aber beispielsweise auch auf Bit Source zu.

Bit Source entwickelt Websites, mobile Apps und Softwarelösungen für Unternehmen. Laut Mitbegründer Rusty Justice kann man "seinen Firmensitz in einem Bergtal haben und trotzdem für Kunden weltweit tätig sein". Das gilt auch für Bit Source. Das Unternehmen ist in Pikeville, Kentucky, USA, zu finden, einem der vielen Orte in den Appalachen, die der Rückgang des Kohleabbaus schwer getroffen hat. 

"Bei uns haben etwa 12.000 Bergleute ihre Arbeit verloren", so Mitbegründer Lynn Parrish. "Aber wir haben erkannt, dass es hier wirklich talentierte Leute gibt. Wir mussten nur eine Branche mit gleichem Bedarf an Arbeit und Verdienstmöglichkeiten finden."

"Der Bergarbeiter ist genau wie der Programmierer ein Fachmann im Bereich Technologie – er arbeitet einfach in der Kohleindustrie", erklärt Justice. Parrish und Justice taten sich also mit einem lokalen Softwareentwickler zusammen und entwarfen einen Programmierlehrplan für ehemalige Bergleute. 2015 ging Bit Source mit 10 frisch ausgebildeten ehemaligen Bergleuten an den Start. 

"In einer Zeit wirtschaftlicher Verzweiflung hat Bit Source die Hoffnung nicht aufgegeben", so Parrish. "Und wir sind weiterhin zuversichtlich, dass wir eines Tages Teil eines soliden und vielseitigen Wirtschaftssystems hier im Herzen der Appalachen sein werden", fügt Justice hinzu.

Das klingt nach einer Win-win-Situation für die Gemeinde und das Unternehmen. Diese Geschichten sollten sich Unternehmen aller Größen und auf der ganzen Welt zu Herzen nehmen.

10 Prognosen für das digitale Marketing im Jahr 2019