Eine Minute mit… Ben Royce, Creative Effectiveness Lead bei Google

Elham Rizi-Shorvon Mai 2019 YouTube, Kreative Inspiration

Ben Royce ist Creative Effectiveness Lead bei Google. Nachdem er zwölf Jahre lang an der Google-Suche mitgearbeitet hat, erkannte Royce das enorme Potenzial des maschinellen Lernens und wie man es für erfolgreiche Videoanzeigen nutzen kann. Mit seinem Team wertet er regelmäßig Daten aus Tausenden von Kampagnen aus und konnte dabei einige faszinierende Einblicke gewinnen.

Ben Royce beantwortet u. a. die Frage: Woran erkennt eine Maschine ein Supermodel?

Laut Royce sind Daten bei der digitalen Transformation unerlässlich, wenn Unternehmen auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich sein möchten. "Kundenzentriertheit ist entscheidend. Aber dafür sind Einblicke unerlässlich und diese gewinnt man eben nicht ohne entsprechende Daten", erklärt er. "Je besser ein Unternehmen mithilfe von Daten seine Kunden versteht, desto besser kann es deren Bedürfnisse erfüllen und langfristig profitieren. Ich finde, es gibt noch nicht genug Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen. Dabei können Daten einen wirtschaftlichen Vorsprung bedeuten. Deshalb sollten in diesem Bereich genügend Ressourcen eingeplant werden."

Maschinelles Lernen ist für Royce bahnbrechend: "Es hat mich umgehauen. Plötzlich können wir Hunderte von Videos gleichzeitig analysieren, was viel Rechenleistung erfordert", führt er aus. Diese Leistungsfähigkeit ermöglicht es, wichtige neue Erkenntnisse zu gewinnen. "So haben wir zum Beispiel herausgefunden, dass Wind in den Haaren eines Models in Beauty-Anzeigen super bei den Zuschauern auf YouTube ankommt. Oder auch, dass man mit Wolken in Werbespots für Schokolade eine gute Wirkung erzielt. Ich weiß nicht, warum. Aber sind Rauch oder Wolken in einer Schokoladenwerbung zu sehen, wird die Anzeige seltener übersprungen." Und genau das ist das Faszinierende daran für Ben Royce: "Wir können jetzt zwar das 'Was?', aber nicht das 'Warum?' beantworten. Also werden wir weiterhin experimentieren und testen, bis wir auch das herausgefunden haben."

Die Anwendungsmöglichkeiten von maschinellem Lernen sind schier unendlich – davon ist Ben Royce überzeugt. "Es verändert komplett die Art und Weise, wie Computer Informationen verarbeiten. Und es spornt mich an, weitere Verwendungsmöglichkeiten für diese beeindruckende Technologie zu finden."

Eine Minute mit… Adeline Hoogveld, Precision Advertising Manager, L’Oréal