Experten raten: Sieben Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Eva Ringk / Februar 2020 / Datenschutz, Kundeneinblicke

Wir haben anlässlich des weltweiten Safer Internet Day sieben Experten um ihre Ratschläge für einen sicheren Umgang mit dem Internet gebeten.

1. Leben Sie eine verantwortungsvolle Internetnutzung vor und tolerieren Sie illegale Inhalte nicht

Alexandra Koch-Skiba leitet die eco Beschwerdestelle des Verbandes der Internetwirtschaft e.V., die sich gegen rechtswidrige Inhalte im Internet engagiert:

„Zu einem sicheren Internet für Kinder und Jugendliche kann jeder Einzelne beitragen. User sollten sich zunächst gut überlegen, was sie online stellen und wie viel sie von sich öffentlich im Internet preisgeben. Vor allem junge Heranwachsende unterschätzen häufig die Reichweite vieler Online-Plattformen. Umso wichtiger ist es, dass vor allem Eltern und Erziehungsberechtigte eine verantwortungsbewusste Internetnutzung vorleben. Gleichzeitig sollten rechtswidrige Inhalte nie toleriert, sondern gemeldet werden. Ein wichtiges Tool hierfür bietet die eco Beschwerdestelle.“

2. Überprüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Social Media-Accounts

Miro Dittrich leitet das Projekt De:hate der Amadeu Antonio Stiftung, das sich dem Thema Hate Speech im Internet widmet:

„Wer sich online für Menschenrechte und Demokratie einsetzt, kann leider schnell Opfer von Trollen und Hass-Kampagnen werden. Ein wichtiger Selbstschutz ist es, davor die Privatsphäre-Einstellungen der eigenen Social Media Accounts zu überprüfen und keine privaten Informationen, wie etwa den Wohnort, öffentlich zu teilen.“

3. Trainieren Sie Ihre Informationskompetenz

Simone Rafael ist Chefredakteurin von Belltower.News, dem Netz für digitale Zivilgesellschaft:

„Eine Sicherheit, die im Internet nicht gegeben ist, ist die Sicherheit, ob Informationen geprüft und wahrheitsgemäß wiedergegeben sind, oder ob wir es mit bewusst oder unbewusst verbreiteten Desinformationen zu tun haben. Da hilft Informationskompetenz: Wie prüfe ich die Zuverlässigkeit einer Quelle oder der angebotenen Fakten, wie erkenne ich Lügengeschichten und Verschwörungserzählungen? Ein sinnvolles Hilfe-Tool sind Faktenchecks und ergänzende Informationsangebote durch Soziale Netzwerke.“

4. Nutzen Sie Hilfs- und Aufklärungsangebote

Martin Drechsler ist Geschäftsführer von FSM e.V., der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, die sich mit Jugendmedienschutz in Onlinemedien befasst:

„Um das Internet sicher zu nutzen, muss man selbst aktiv werden und sich informieren. Nutzen Sie dafür vorhandene Hilfs- und Aufklärungsangebote sowie die vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten der Onlinedienste. Kinder und Jugendliche haben ein besonderes Schutzbedürfnis. Sie brauchen sichere Räume und geeignete Angebote für positive Erfahrungen im Internet, um das kreative Potential digitaler Medien auszuschöpfen. Daran arbeiten wir als FSM gemeinsam mit unseren Mitgliedern seit vielen Jahren.“

5. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, mit welchen Inhalten es sich beschäftigt

Anke Meinders ist Geschäftsführerin von fragFINN e.V.: Der Verein bietet auf fragFINN.de einen geschützten Surfraum für Kinder und eine kindgeeignete Suchmaschine:

„Wir raten Eltern, am Ball zu bleiben, was die Mediennutzung des Kindes angeht. Informieren Sie sich auf Ratgeberseiten und suchen Sie den Austausch mit anderen Eltern. Die digitale Welt ist schnelllebig und strahlt eine ungeheure Faszination auf Kinder aus. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was es gerne nutzt und mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Nur so können Sie Ihr Kind zum Umgang mit persönlichen Daten und Fotos und über mögliche Gefahren aufklären und eine Vertrauensbasis schaffen.“

6. Nutzen Sie die Zwei Faktor-Authentisierung für Ihre Accounts

Dr. Michael Littger, ist Geschäftsführer des Vereins Deutschland sicher im Netz, der Verbraucher und kleinere Unternehmen im sicheren und souveränen Umgang mit der digitalen Welt unterstützt:

„Doppelt hält besser – deshalb rate ich zum Safer Internet Day zum zweiten Schlüssel für Ihren Account mit der Zwei-Faktor-Authentisierung. Egal ob per SMS auf Ihr Handy oder per USB-Stick am Schlüsselbund: Fast alle Online-Portale bieten heute einen doppelt-gesicherten Zugang mit einem sogenannten zweiten Faktor. Das Passwort wird dadurch zwar nicht überflüssig, muss aber auch nicht mehr ständig gewechselt werden. Bei akuten Sicherheitsvorfällen hilft zudem die kostenlose SiBa-App (LINK:https://www.sicher-im-netz.de/sicherheitsbarometer) mit konkreten Praxistipps für Ihren Alltag.“

7. Sprechen über negative Erfahrungen im Internet hilft

Nina Pirk ist Fachberaterin für Kinderschutz im Internet beim Verein „Nummer gegen Kummer“, der Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit seinen Telefon- und Onlineberatungsangeboten anonym und kostenlos bei allen Anliegen zur Seite steht:

„Wir sind da, wenn Schüler fiese Nachrichten von Mitschülern erhalten, wenn Eltern sich Sorgen um ihre Kinder machen oder schlicht Beratung oder Orientierung bei Problemen suchen. Oft tragen junge Menschen ihre Sorgen eine ganze Weile mit sich herum, bis sie sich trauen, Hilfe zu suchen. Die Vertraulichkeit der „Nummer gegen Kummer“ und das individuelle Gespräch mit unseren verständnisvollen Berater*innen, kann helfen, das Chaos im Kopf und Herz zu sortieren und klarer zu sehen, welchen Lösungsweg es geben kann. Mit jemandem über die eigenen Sorgen zu sprechen, hilft eigentlich immer.“

Passwörter checken und inkognito bleiben: Hier geben die Entwickler des Münchner Google Safety Engineering Center weitere Tipps für mehr Sicherheit im Internet.

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