Wie die Sprachsuche Marketingstrategien beeinflusst

Da Technologien immer intuitiver werden, verändert sich das Nutzerverhalten. Dies zeigt sich auch bei Suchvorgängen: Die eingegebenen Formulierungen erinnern immer häufiger an ein reales Gespräch. Nutzer stellen gezielte, spezifische und für sie persönlich relevante Fragen zu den Produkten und Dienstleistungen, für die sie sich interessieren. So erhalten sie nicht nur schneller hilfreiche Antworten, sondern können sich außerdem sicher sein, genau das zu bekommen, was sie brauchen.

In einem früheren Artikel haben wir schon einmal berichtet, dass Suchanfragen zu speziellen persönlichen Bedürfnissen, also mit "for me" (für mich) im Wortlaut, zugenommen haben. Jetzt geht es eher darum, dass Nutzer beim Suchen natürliche Formulierungen eingeben – fast so, als würden sie jemanden um Rat fragen. Wie in einem normalen persönlichen Gespräch wird dabei auch immer häufiger "I" (ich) verwendet.

Daten aus den letzten zwei Jahren:

  1. Mobile Suchanfragen mit "do I need" (brauche ich) sind um mehr als 65 % gestiegen. Beispiele: "how much do I need to retire" (wie viel brauche ich, um in Rente gehen zu können), "what size generator do I need" (welche Generatorgröße brauche ich) und "how much paint do I need" (wie viel Farbe brauche ich).1
  2. Mobile Suchanfragen mit "should I" (soll ich) sind um mehr als 65 % gestiegen. Beispiele: "what laptop should I buy" (welchen Laptop soll ich kaufen), "should I buy a house" (soll ich mir ein Haus kaufen), "what SPF should I use" (welche Spam-Abwehr soll ich verwenden)” und "what should I have for dinner" (was soll ich heute Abend essen).2
  3. Mobile Suchanfragen, die mit "can I" (kann ich) beginnen, sind um mehr als 85 % gestiegen. Beispiele: "can I use paypal on amazon" (kann ich bei Amazon mit PayPal bezahlen), "can I buy stamps at walmart" (kann ich bei Walmart Briefmarken kaufen), und "can I buy a seat for my dog on an airplane" (kann ich im Flugzeug einen Sitzplatz für meinen Hund buchen).3
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Aber hier geht es nicht nur um "kann ich" oder "soll ich". Vor zwei Jahren verwendeten die Nutzer noch einfache, präzise Begriffe, um nach Informationen zu suchen. Normalerweise wurde einfach nur eine Dienstleistung oder ein Produkt eingegeben. Heute fällt in verschiedenen Kategorien auf, dass die Suchanfragen spezifischer sind und wie in einem persönlichen Gespräch formuliert werden.

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  1. Finanzen: von "bank account" (Bankkonto) und "open bank account online" (Bankkonto online eröffnen) zu "what do I need to open a bank account" (was brauche ich, um ein Bankkonto zu eröffnen)
  2. Körperpflege: von "best shampoo" (bestes Shampoo) und "shampoo brand" (Shampoo-Marke) zu "what shampoo should I use" (welches Shampoo soll ich nehmen)
  3. Automobile: von "car brands" (Automarken) zu "which car should I buy" (welches Auto soll ich kaufen)
  4. Immobilien: von "mortgage calculator" (Hypothekenrechner) und "mortgage rates" (Hypothekensätze) zu "can I get approved for a mortgage" (kann ich eine Hypothek aufnehmen)

Was bedeutet das für Werbetreibende? Ganz gleich, ob die Absicht offensichtlich ist oder sich hinter einer Frage um Rat verbirgt – entscheidend ist, dass Sie den Nutzern Antworten bieten, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

  • Da potenzielle Kunden immer selbstverständlicher mit Technologien umgehen, kann es sinnvoll sein, natürlichere Formulierungen zu verwenden und an allen digitalen Touchpoints intuitive Interaktionsmöglichkeiten zu bieten.
  • Konzentrieren Sie sich in der Suche nicht ausschließlich auf Keywords und Wortgruppen, die typisch für Ihr Unternehmen sind, sondern verwenden Sie zusätzlich natürliche Formulierungen, mit denen potenzielle Kunden möglicherweise nach Ihrem Angebot suchen.
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