Susan Wojcicki im Kamingespräch mit Miriam Meckel

Am 29. und 30. März war YouTube-Chefin Susan Wojcicki zu Gast in Deutschland. Mit Miriam Meckel, Chefredakteurin der Wirtschaftswoche, traf sie sich zum Kamingespräch, um über die Anfänge von Google in ihrer Garage, die Zukunft von Virtual Reality und über die unterschiedlichen Ansprüche der Werbetreibenden zu sprechen.

Susan Wojcicki, CEO bei YouTube, ist Mitarbeiterin der ersten Stunde bei Google. In ihrer Garage tüftelten Larry Page und Sergey Brin an der Suchmaschine. Seit 18 Jahren ist sie mittlerweile im Unternehmen tätig: "Ich bin sehr glücklich darüber, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein." Zudem sprach Susan auch über ihre Begeisterung für YouTube. Zu Beginn sei sie über ein Video zweier Jungen gestolpert, die den Song "As Long As You Love Me" der Backstreet Boys nachsangen. In diesem Moment sei ihr klar geworden, dass Menschen überall auf der Welt tollen Content erstellen könnten und dazu nicht einmal ein eigenes Studio benötigten. "Ich bin glücklich und auch ein bisschen stolz darauf, dass das noch heute so ist. Menschen weltweit zu ermöglichen, Inhalte zu kreieren und ihre Stimme mit der ganzen Welt zu teilen ist die Leidenschaft, die mich antreibt und seit Anfang an auch der Kern von YouTube ist", so Susan. "Unsere Creator sind die Stars des digitalen Zeitalters."

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Doch nicht nur Googles Anfänge waren Thema des Gesprächs, sondern vor allem die Zukunft von YouTube. Dabei stellte Susan insbesondere die Bedeutung von Livestreaming und Virtual Reality heraus. Livestreaming sei ein tolles Tool, mit dem man global mit Zuschauern in Verbindung treten könne. Es sei bereits in den unterschiedlichsten Bereichen zu finden: ob bei Events, Demonstrationen oder im Nachrichtenbereich. "Livestreaming ist eine neue Kunstform", so Susan. Um Creators und Fans bessere Möglichkeiten zu geben, während Livestreams zu interagieren, habe man man mit Super Chat ein neues Tool auf den Markt gebracht. Zuschauer können so ihre Kommentare gegen eine Gebühr hervorheben lassen.

Großes Potential sieht Susan zudem in zukunftsweisenden Technologien wie Virtual Reality und 360-Grad-Videos. "VR ist eine unglaublich interessante Technologie." Aus diesem Grund investiert YouTube in VR-Technologien und unterstützt 360-Grad-Videos sowie 360-Grad-Livestreaming. "Wir möchten Virtual-Reality-Erlebnisse für alle zugänglich machen und die Entwicklung weiter vorantreiben. YouTube hat bereits die größte Sammlung an Videos, die mit einem VR Headset angesehen werden können. Erst kürzlich haben wir die YouTube VR App gelauncht, die von Grund auf für VR Headsets gemacht ist."

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Miriam Meckel sprach auch die Situation in Großbritannien an. Dort wurde in den vergangenen Wochen der Vorwurf laut, Werbeanzeigen verschiedener Unternehmen seien auch vor Videos mit kontroversem Inhalt erschienen. "Ich möchte mich bei unseren Partnern entschuldigen. Wir müssen hier besser werden", so Susan. "Ich bin in Europa, um einige unserer Werbetreibenden, Creator und unsere Mitarbeiter sowie Ingenieure zu treffen, um zu schauen, was wir noch besser machen können." Die YouTube-Chefin ging zudem auf die Schwierigkeit ein, den unterschiedlichen Ansprüchen der Werbekunden gerecht zu werden. Während einige Werbetreibende vor allem Reichweite erzielen wollten, lägen andere mehr Wert auf hohe Sicherheit. "Wir möchten, alle Interessen berücksichtigen und tun alles, um den Werbetreibenden noch mehr Sicherheit zu geben", betonte Susan.

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