Björn Tantau: So stark wird Voice Search unser Suchverhalten beeinflussen

Erinnern Sie sich noch daran, wie seltsam es einem vorkam, als die ersten Smartphone-Nutzer Sprachnachrichten via WhatsApp aufnahmen? Und erinnern Sie sich an die ersten Mobiltelefone und das sich damit wandelnde Telefonierverhalten? Beides Beispiele für Veränderungen, die schleichend beginnen und sich dann etablieren. Die Chancen stehen gut, dass das bei der Sprachsuche wieder passieren wird. Aktuell scheint die Nutzung überschaubar, doch schon 2020 sollen 30 Prozent der Suchen im Internet sprachgesteuert sein und komplett ohne Bildschirm auskommen.1 Darauf sollten Sie vorbereitet sein, wenn Sie in der Suche der Zukunft eine Rolle spielen wollen.

Profitieren Sie von der Sprachsuche

Warum stehen die Chancen gut, dass sich Voice Search durchsetzt? Es ist einfacher, eine Suchanfrage in das eigene Smartphone zu sprechen, als sie einzutippen. Vor allem bei Suchanfragen mit lokalem Bezug wird das deutlich.

Wenn Sie Informationen zu einem Geschäft um die Ecke brauchen und selbst unterwegs sind, dann spart es Zeit, wenn Sie Ihr Smartphone fragen und eine passende Antwort bekommen. Die Kombination von einfacher Nutzung und Zeitersparnis setzt sich immer durch, oder würden Sie lieber mehr Zeit dafür aufwenden, Informationen umständlicher zu bekommen?

Genau das ist der Grund, warum Voice Search relevant wird, auch wenn das heute noch nicht offensichtlich sein mag. Bei digitalen Assistenten lässt es sich aber schon beobachten. Wer sich daran gewöhnt, mit einem digitalen Assistenten zu sprechen und dabei überwiegend positive Erlebnisse hat, wird dieses Verhalten bald in seine tägliche Routine integriert haben.

Digitale Assistenten als Wegbereiter

Und wo ist der Unterschied zwischen der Nutzung eines digitalen Assistenten und Voice Search? Beide Systeme sollen helfen, den Alltag zu erleichtern und Informationen zu nutzen. Ein digitaler Assistent "erledigt" Dinge für Sie, die Sprachsuche liefert Ihnen Antworten auf Ihre Fragen.

Diese Entwicklung wird dazu führen, dass Voice Search so selbstverständlich zum Einsatz kommt wie heute das Eintippen einer Suchanfrage, egal ob mobil oder stationär. Wichtig ist, dass Sie heute schon die Weichen stellen, wenn Ihr Geschäftsmodell von Suchmaschinentraffic abhängig ist.

Dafür gibt es Methoden, die Sie für sich und Ihre Website nutzen können. Die gute Nachricht: Wenn Sie in Ihrem Online Marketing Mix schon immer auf nachhaltige Suchmaschinenoptimierung gesetzt haben, dann befinden Sie sich in einer sehr guten Ausgangsposition.

Optimieren Sie Ihre Website für die Sprachsuche

Stellen Sie sich Fragen wie diese: Wird meine Website schnell genug geladen? Stufen Suchmaschinen meine Website als vertrauenswürdig und verlässlich ein? Ist der Content auf meiner Website einfach zugänglich und leicht verständlich, auch wenn er inhaltlich komplex ist? Hat meine Website schon gute Suchmaschinenrankings? Werden meine Inhalte auch in sozialen Medien geteilt?

Diese Fragen sind gut dafür geeignet, Ihre Website auf den Prüfstand zu stellen, wenn Ihre Inhalte via Voice Search gefunden werden sollen. Insbesondere die Ladezeit ist ein kritischer Faktor, weil langsame Websites sowohl von den Nutzern als auch von Suchmaschinen nicht bevorzugt werden – warum also sollte das dann bei der Sprachsuche der Fall sein?

Auch die Frage nach schon vorhandenen Suchmaschinenrankings ist wichtig. Google zum Beispiel bevorzugt für die Voice Search Inhalte, die auch in der traditionellen Suche schon gute Rankings haben. Besonders relevant in diesem Zusammenhang ist das "Featured Snippet", auch gern als "Position Null" bezeichnet.

Strukturierte Daten als Schlüssel zum Erfolg

Dieses Suchergebnis steht über allen anderen Ergebnissen, die Inhalte für das Suchergebnis selbst werden von Seiten geliefert, die selbst gute Rankings in der traditionellen Suche haben. Die Nutzung strukturierter Daten unterstützt die Entstehung von "Featured Snippets".

Die Inhalte dieser "Position Null" werden bei der Anfrage via Voice Search als Ergebnis genutzt und wiedergegeben. Sie selbst können also beeinflussen, ob Ihre Inhalte in der Sprachsuche stattfinden oder nicht. Auch wenn es derzeit mit dem "Featured Snippet" nur ein Suchergebnis gibt, das für Voice Search-Ergebnisse genutzt wird: Gehen Sie davon aus, dass das nicht so bleiben wird.

Für eine Übergangszeit wären unterschiedliche Suchmaschinenindizes denkbar. Auch dann sind alle Anbieter von Inhalten gefragt, die eigenen Websites insbesondere mit strukturierten Daten so auszuzeichnen, dass Suchmaschinen genau wissen, welche Inhalte für welchen Index genutzt werden sollen.

Fazit

Die Vorteile von Voice Search liegen auf der Hand: Sie vereinfacht die Nutzung der Suche und erleichtert den Alltag. Sie spart Zeit und ermöglicht den schnelleren Zugang zu Informationen. Es wird künftig noch weitere Gründe für die Sprachsuche geben, aber insbesondere diese Punkte sorgen dafür, dass sich Voice Search durchsetzt.

Seien Sie darauf vorbereitet und vergeuden Sie keine Zeit. Optimieren Sie Ihre Website und achten Sie insbesondere auf den sinnvollen Einsatz strukturierter Daten. Stellen Sie Ihre derzeitige Strategie zur Suchmaschinenoptimierung auf den Prüfstand und beheben Sie alle Probleme, die Ihre Website aktuell davon abhalten, Rankings in den Top 3 zu erzielen.

Lösen Sie Geschwindigkeitsbremsen und gestalten Sie Ihre Inhalte so, dass Sie Probleme lösen und dauerhaften Mehrwert liefern. Solche Inhalte werden nicht nur von anderen Websites verlinkt, sondern auch in sozialen Netzwerken geteilt und verbreitet. Mit Maßnahmen wie diesen machen Sie sich und Ihre Website fit für das nächste Zeitalter der Suche.

Wegweisende Änderungen bei der Google-Suche