Mobile Speed: Diese 10 Punkte müssen Seitenbetreiber jetzt beachten

John Mueller, Dominik Wöber Juli 2018 Mobile, Mobile Werbung, UX & Design

Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Google-Suche auf dem Handy benutzerfreundlicher zu machen. Vor allem, weil die Mehrheit unserer Nutzer mittlerweile über ihr Smartphone oder Tablet auf die Google-Suche zugreift. Daher wird ab diesem Monat die Ladegeschwindigkeit mobiler Webseiten ein entscheidender Ranking-Faktor für mobile Suchen sein. Eine Entscheidung, die im Sinne der Nutzer ist und für Seitenbetreiber bedeutet, dass eine mobil-optimierte Webseite wichtiger denn je ist.

Aktuelle Auswertungen zeigen, dass 53 Prozent aller Webseiten-Aufrufe abgebrochen werden, wenn das Laden einer Seite länger als drei Sekunden dauert. Ein langsamer mobiler Internetauftritt ist nicht nur frustrierend, er wirkt sich auch negativ auf das Geschäft aus. Untersuchungen von Akamai.com und Gomez.com haben ergeben, dass mit jeder Sekunde, die eine Webseite länger lädt, bis zu sieben Prozent weniger Conversions erzielt werden. Zudem wollen 79 Prozent der Webshopper, die Probleme mit der Webseiten-Performance haben, nicht mehr auf die Seite zurückkehren und entsprechend nicht mehr dort einkaufen. Für Unternehmen eine verpasste Chance, Geschäfte zu machen.

Diese Ergebnisse zeigen ganz klar: Mobile Ladezeiten zu ignorieren, ist fatal. Es zählt jede Sekunde. Um die Nutzererwartung zu übertreffen und die gewünschten drei Sekunden Ladezeit zu unterbieten, sollten sich Webseitenbetreiber an folgende Punkte halten:

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1. Kennen Sie Ihren Status Quo?

Nutzen Sie Tools zur Analyse der Ladegeschwindigkeit mobiler Webseiten. Mit unserem Geschwindigkeitsvergleich kann beispielsweise die Ladegeschwindigkeit von Tausenden von Webseiten aus zwölf verschiedenen Ländern gemessen werden. Das Tool greift auf aggregierte Nutzerdaten von Google Chrome zurück und bietet damit die größte Datenbank zur Latenz beliebter Seiten.

2. Benchmarken Sie sich

Nutzen Sie den Geschwindigkeitsvergleich , um sich mit Ihren Mitbewerbern zu messen. Zusätzlich erfahren Sie, welche Unternehmen die Nase vorn haben und Nutzern eine schnelle mobile Webseite bieten – auch unabhängig von Ihrer Branche.

3. Machen Sie sich den Business Impact bewusst

Neben dem Geschwindigkeitsvergleich stellen wir ein kostenloses Tool zur Wirkungsprognose bereit. Dieses Tool zeigt Ihnen, wie sich die Ladezeit Ihrer mobilen Webseite auf den Umsatz auswirkt. Mit Eingabe weniger Daten sehen Sie sofort, wie sich Ihr Umsatz entwickelt, wenn Sie die Ladezeit beispielsweise um eine Sekunde verringern.

4. Setzen Sie sich ein Ziel

Nutzer erwarten, dass der sichtbare Teil einer Seite innerhalb von drei Sekunden geladen wird. Wir empfehlen daher diese drei Sekunden als Mindestmaß für die Optimierung zu wählen.

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5. Priorisieren Sie die wichtigsten Optimierungshebel

Es gibt eine Vielzahl an Tools ‒ sowohl von Google als auch von anderen Unternehmen ‒, um die wichtigsten Optimierungshebel zu identifizieren. Unter g.co/dev/speedtoolsoverview haben wir all unsere Tools zusammengefasst. Ein kostenloses Tool, das wir innerhalb von Google und mit unseren wichtigsten Partnern einsetzen, ist Google Lighthouse. Es kann direkt über die Developer Console geöffnet oder unter webpagetest.org/lighthouse angefordert werden.

6. Lernen Sie von den Besten

Viele branchenführende Unternehmen haben bereits den Business Impact schnellerer Webseiten erkannt und in eine mobile User Experience investiert. Dazu zählen buecher.de (vollständiger Case hier verfügbar), Zalando (für mehr Infos siehe Zalando-Blogpost "Loading Time Matters") und BMW.com (vollständiger Case hier verfügbar).

7. Messen Sie kontinuierlich Ihren Fortschritt

Die Nutzererwartungen an die Ladezeit steigen durch die positive Erfahrung bei führenden Unternehmen konstant. Daher sollte die Optimierung der mobilen Webseite auch als langfristiges Projekt im Unternehmen betrachtet werden. Eine regelmäßige Überprüfung des Status Quo ist erforderlich.

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8. Testen Sie neue Technologiestandards wie Accelerated Mobile Pages (AMP)

Das AMP-Projekt ist eine Open-Source-Initiative mit dem Ziel, das Web für alle besser zu machen. Viele Unternehmen verschiedener Branchen nutzen bereits den AMP-Standard, um die Performance ihrer mobilen Seite zu beschleunigen. Die durchschnittliche Ladezeit einer AMP-Seite aus der Google-Suche beträgt weniger als eine halbe Sekunde. Eine von uns beauftragte Studie zeigt klar den Impact auf: Die Nutzung von AMP führt zu einem Anstieg der Webseitenbesuche um zehn Prozent und verdoppelt die Verweildauer pro Seite. Bei AMP basierten E-Commerce-Webseiten konnte die Studie einen 20-prozentigen Anstieg der Verkaufszahlen im Vergleich zu normalen Seiten feststellen.

9. Bleiben sie schnell und sicher – mit HTTPS

Nutzer erwarten nicht nur schnelle Seiten, sondern auch eine sichere Umgebung für ihren Webseitenbesuch. Google ist seit geraumer Zeit Advokat von HTTPS-Verschlüsselung. Ab diesem Monat weist der Chrome Browser unverschlüsselte HTTP-Webseiten als ‘unsicher’ aus. Die Zielseitenerfahrung ist auch in Google Ads (früher: Google AdWords) wichtig und seit Juni rollen wir ein Feature aus, das automatisch unnötige Redirects von HTTP zu HTTPS verhindert und Nutzer direkt zur HTTPS-Version leitet.

10. Stoppen Sie nicht bei der Ladegeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit einer Seite ist wichtig ‒ keine Frage. Dennoch nicht alles. Unternehmen müssen mehr tun, um Nutzern eine gute mobile User Experience zu bieten. Viele neue Web-Technologien helfen Unternehmen, in diesem Bereich erfolgreich zu sein. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat einen Leitfaden erarbeitet, der die neuesten Entwicklungen im Bereich der Mobile-Web-Technologien anhand von aktuellen Anwendungen in Deutschland vorstellt. Unternehmen können beispielsweise auf unsere Google Pay API ‒ der Dienst ist letzte Woche in Deutschland gestartet ‒ setzen und so den Bezahlvorgang online als auch offline für Ihre Kunden vereinfachen.

Die 10 Tipps wurden zunächst exklusiv auf Horizont.net veröffentlicht.

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