Nie mehr Leerlauf: Wie das Smartphone uns immer etwas zu tun gibt

Wir alle lassen uns tagtäglich bei unseren Aufgaben von Mobilgeräten unterstützen. "Das Smartphone ist zum Produktivitätstool geworden", schreibt Sara Kleinberg, Head of Ads Research and Insights bei Google.

Es gab einmal eine Zeit, in der man beim Arztbesuch nur stundenlang im Wartezimmer sitzen und mit etwas Glück eine sechs Monate alte Illustrierte lesen konnte. Bestimmt erinnern Sie sich noch mit Schrecken an diese Szenarien. Und trotz all des technischen Fortschritts der letzten Jahrzehnte müssen wir noch immer in Wartezimmern herumsitzen. Aber heute haben wir dort viel mehr Möglichkeiten. Wenn Sie sich kurz im Raum umsehen, werden Sie vermutlich feststellen, dass die Wartenden mit ihrem Smartphone beschäftigt sind.

Und all diese Menschen spielen nicht einfach nur Candy Crush.

Das Smartphone ist unentbehrlich geworden, weil Sie damit Aufgaben erledigen können. In unserer neuesten Studie gaben 75 % der Befragten an, dass sie dank ihres Smartphones produktiver sind.1 Aber das ist noch nicht alles. Produktivität hat auch einen emotionalen Aspekt. 54 % der Befragten erklärten, dass sie durch ihr Smartphone auch weniger Stress haben.2 Eine Person meinte: "Es gibt mir eine unmittelbare Genugtuung. Ich kann alles erledigen, ohne mich vor einen Laptop setzen zu müssen."

Für Marken lohnt es sich, mit derart positiven Gefühlen in Verbindung gebracht werden.

Mobile need states

Es wurde viel darüber berichtet, wie Mobilgeräte die Menschen in wichtigen Momenten unterstützen. Jeden Tag greifen wir alle bei den unterschiedlichsten Aufgaben zum Smartphone. Ungeduldige erhalten so schnell Ergebnisse, Neugierige können sich jederzeit inspirieren lassen und Anspruchsvolle sind mit personalisierten Angeboten zufriedenzustellen.

Aber wir wollten die Smartphonenutzung auch besser verstehen. Deshalb untersuchten unsere Marktforscher den Tagesablauf der Studienteilnehmer und gingen der Frage nach, in welchen Gefühlslagen Nutzer ihre Geräte zur Hand nehmen. Fünf davon haben wir identifiziert – vermutlich werden Sie sich in einem der Szenarien wiedererkennen.

Ein Gedankenblitz: Es fällt Ihnen ganz plötzlich etwas ein oder Sie werden durch eine Beobachtung an etwas erinnert. Eine Studienteilnehmerin erzählte, dass ihre Stiefel, die sie schon seit einigen Jahren trägt, mittlerweile recht ausgetreten sind. "Ich habe mich irgendwann gefragt, ob man die noch kaufen kann. Also habe ich einfach auf meinem Smartphone danach gesucht." Ein Teilnehmer hat in einem benachbarten Fenster den Aushang für eine Schanklizenz gesehen und dann auf seinem Telefon nachgesehen, welches Restaurant in seinem Viertel neu eröffnen würde.

Ein dringendes Bedürfnis: Das kennen wir alle. Sie sind auf dem Heimweg und brauchen noch etwas fürs Abendessen. Oder Sie stellen spätabends fest, dass die Zahnpasta leer ist, und möchten wissen, welches Geschäft in der Nähe noch geöffnet ist. Oder Sie haben sich verfahren und benötigen eine Wegbeschreibung. Was tun Sie? Sie greifen zum Smartphone.

Hilfe im Laden: Viele Einzelhändler beschweren sich über Kunden, die ihre Filiale als Showroom ansehen und während ihres Besuchs auf dem Smartphone nach besseren Preisen für ein Produkt suchen. (Kleiner Tipp: Halten Sie es wie Best Buy und machen Sie sich das zunutze.) Aber Käufer beschränken sich nicht nur auf den Produktvergleich. Sie nutzen ihre Smartphones auch, um nach Gutscheinen, Rezensionen und Ratschlägen zu suchen.

Ein Kunde meinte: "Wenn ich beim Baumarkt in einem der Gänge stehe und keine Ahnung habe, welche Art von Schraube ich für eine Trockenbauwand brauche, kann ich ganz schnell auf Google danach suchen."

Mikroproduktivität: Sie stecken im Wartezimmer fest, sitzen im Taxi oder sind mit dem Zug unterwegs? Dann ist es doch toll, wenn Sie währenddessen etwas anderes erledigen können.

"In den 45 Minuten, die ich im Zug sitze, gehe ich meine ganze Liste mit offenen Erledigungen durch", erklärte ein Studienteilnehmer und nannte dann ein Beispiel: "Ich wusste, ich wollte Hemden kaufen. Da ich mein Smartphone zur Hand hatte, konnte ich die Bestellung sofort aufgeben." 

Vorausplanung: Wir gehen darauf später noch genauer ein, aber Menschen nutzen die Suche mittlerweile, um vieles auf ihrem Smartphone zu planen – sei es ein Wochenendausflug oder nur der Besuch des örtlichen Einkaufszentrums. Dabei geht es nicht nur darum, ein Zimmer oder einen Mietwagen zu reservieren. Es wird auch die Strecke durch die Innenstadt festgelegt oder eine Speisekarte genau unter die Lupe genommen. "Ich sehe mir unheimlich gern die Speisekarten von Restaurants an. Das treibt meine Frau in den Wahnsinn", erklärte ein Mann. "Bevor wir ausgehen, studiere ich oft die Karte [auf meinem Smartphone]. So kann ich in Ruhe jedes Gericht begutachten."

Fazit 

Smartphones helfen Menschen nicht nur dabei, Aufgaben zu erledigen, sie geben uns auch ein Gefühl der Erfüllung: 60 % der Befragten gaben an, sich damit selbstbewusster und besser vorbereitet zu fühlen.3

Mobile need states

Ein gutes Beispiel für die oben genannte Mikroproduktivität ist die My Starbucks Barista App. Damit können Besucher von Starbucks im Voraus bestellen, während sie noch mit anderen Dingen beschäftigt sind. So erledigen sie nicht nur gleichzeitig etwas, sondern sparen auch noch die Zeit, die sie sonst in der Schlange stehen würden.

Weil das Smartphone ein einzigartig positioniertes Produktivitätstool ist, müssen Sie als Unternehmer darüber nachdenken, wie Sie mit Ihrer Marke mobile Angebote schaffen, die den Kundenwunsch nach Effizienz erfüllen. Ein rundum überzeugender Auftritt auf Mobilgeräten ist ein guter Anfang und wird Ihnen helfen, eine stärkere Beziehung zu Ihren Kunden aufzubauen. Wir fanden heraus, dass 79 % aller Befragten eine nutzerfreundliche mobile Website mit größerer Wahrscheinlichkeit noch einmal besuchen und/oder weiterempfehlen.4

Die erwähnten Gefühlslagen erinnern uns auch daran, dass Mobilgeräte kein Ein-Medium-Kanal sind. Interaktionen mit Markeninhalten werden durch die Absichten des Nutzers beeinflusst. Eine Universallösung gibt es hier nicht. Planen Sie also Media- und Creativeangebote, sollten Sie dabei die Tageszeit und den Gemütszustand der Smartphonenutzer berücksichtigen. Wenn Sie eine Gefühlslage treffen, ist der Empfänger Ihrer Botschaft gegenüber aufgeschlossener.

The Extended Self – Die Bedeutung von Smartphones für Nutzer und Konsumenten