Veränderte Gewohnheiten: Was Suchtrends über das neue Konsumentenverhalten verraten

Lucy Sinclair / April 2021

Wenn wir uns fragen, wie die Welt nach der Pandemie aussehen wird, dann ist eines klar: Viele unserer alten Gewohnheiten haben sich verändert, einige sogar dauerhaft.

Verhaltensweisen, die auch schon vor der Pandemie beobachtet werden konnten, wandeln sich immer schneller. Und auch in Zukunft werden sich diese verändern und weiterentwickeln. Google Search bietet interessante Einblicke in die Veränderungen des Konsumentenverhaltens: So ist zum Beispiel das Suchinteresse an Lebensmittelgeschäften („grocery stores“) und Essen zum Mitnehmen („takeaway“) überraschenderweise an Wochentagen gestiegen, während das Interesse für Suchbegriffe wie Lieferung („delivery“) und Rabattcodes („discount code“) an den Wochenenden zunahm.

Wenn wir uns Suchanfragen bei Google in Deutschland, Österreich, der Schweiz und ganz Europa ansehen, erhalten wir faszinierende Erkenntnisse über die neue Art zu leben, zu arbeiten, die Freizeit zu gestalten und einzukaufen.

In folgenden Video bekommen Sie einen schnellen Überblick über diese neuen Gewohnheiten – von denen anzunehmen ist, dass sie uns auch im Jahr 2021 erhalten bleiben.

Daten aus Google Search lassen erkennen, dass wir alte Gepflogenheiten, die unseren Alltag prägen, aufgeben. Unsere Gewohnheiten haben sich auf fünf verschiedene Weisen verändert:

Wir haben neue Fähigkeiten erworben – online und offline

Unsere Lerngewohnheiten haben sich verändert: Wir machen viel mehr online und binden den DIY-Ansatz stärker in unseren Alltag ein. Wir haben uns an das Homeschooling gewöhnt und den Lockdown genutzt, um neue Fähigkeiten zu erwerben. So hat zum Beispiel das Suchinteresse an Anleitungen zum Haareschneiden („Haare selbst schneiden“) und zum Basteln von Robotern („Roboter basteln“) in Deutschland zugenommen. Während einige nach Wegen suchten, alltägliche Aufgaben besser zu organisieren, suchten andere wiederum nach Ideen, um der Langeweile zu entfliehen. Vielen ist inzwischen klar geworden, wie einfach es ist, online Neues zu erlernen und Dinge selbst zu erledigen. Deshalb ist weiterhin mit Suchanfragen dieser Art zu rechnen.

Wir suchen Anregungen und Ideen zunehmend online

Im letzten Jahr war eine Shoppingtour durch die Geschäfte oft nicht möglich. Dementsprechend haben sich auch die Such- und Kaufgewohnheiten geändert. Verbraucherinnen und Verbraucher holen sich ihre Inspiration inzwischen online. So haben in Deutschland Suchanfragen zu Badezimmer-Ideen zugenommen, in Spanien besteht gesteigertes Interesse an Fitnessräumen für zu Hause („gimnasio en casa ideas“). Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Online-Suche nach Inspiration auch nach Öffnung des Einzelhandels weiterhin einer der ersten Schritte im Kaufprozess bleiben wird.

Wir suchen nach einem Ausgleich zu unserem (Homeoffice-)Alltag

Viele haben während der Pandemie Gefallen am Homeoffice gefunden und nicht die Absicht, zur klassischen Büroarbeit zurückzukehren. Das gestiegene Suchinteresse an höhenverstellbaren Tischen in der Schweiz und ergonomischen Schreibtischstühlen in Deutschland zeigt, dass wir uns langfristig einrichten wollen. Auch die Art und Weise, wie wir Arbeit und Familienleben miteinander vereinbaren, hat sich verändert. Wir entdecken neue Wege, uns zu entspannen. Dabei suchen Nutzerinnen und Nutzer nach Möglichkeiten abzuschalten – sei es bei Waldspaziergängen in der Nähe („woodland walks near me“) in Großbritannien oder beim Online-Workout in Deutschland. Einige neue Aktivitäten wie virtuelle Museumsbesuche („visite virtuelle musée“) in Frankreich weichen vermutlich wieder traditionellen Formen, sobald die vor Ort geltenden Vorschriften das auch zulassen. In anderen Fällen haben wir aber erkannt, wie bequem virtuelle Ausflüge sein können, also bleiben uns solche Angebote sicherlich erhalten.

Wir haben neue Wege entdeckt, verbunden zu bleiben

Aufgrund der Corona-Regeln mussten wir neue Möglichkeiten finden, miteinander zu kommunizieren und den sozialen Kontakt aufrechtzuerhalten. So hat beispielsweise das Suchinteresse fürs Online-Spielen mit Freunden in Österreich zugenommen. Viele haben sich neuen Online-Communitys angeschlossen, wie das erhöhte Suchinteresse an virtuellen Chören in Deutschland zeigt. Auch das Interesse an Online-Kursen hat in Deutschland zugenommen, in Frankreich ist das virtuelle Verfolgen von Regatten (virtual regatta) gefragter als zuvor. Auch wenn die meisten von uns es kaum erwarten können, ihre Liebsten wieder persönlich in die Arme zu schließen, werden sehr wahrscheinlich viele dieser Online-Communitys in irgendeiner Form bestehen bleiben. Insgesamt haben wir uns im vergangenen Jahr stärker daran gewöhnt, soziale Kontakte über den Bildschirm zu knüpfen und zu pflegen. Nach der Pandemie wird das sicherlich nicht der Standard sein, aber mit Sicherheit auch weiterhin ein Weg, um in Verbindung zu bleiben.

Wir haben neue Freizeitbeschäftigungen gefunden

Die Möglichkeiten, um unsere Freizeit zu gestalten, sind derzeit äußerst eingeschränkt. Also suchen wir nach neuen Beschäftigungen: In Frankreich stieg das Suchinteresse an Online-Gesellschaftsspielen („jeux de société en ligne“), in Deutschland waren Kochboxen für zu Hause besonders gefragt. Angesichts fortlaufender Lockdowns tendieren wir statt zu kurzweiliger Zerstreuung auch zu langfristigen Entscheidungen: In Italien spiegelt sich das in einem gesteigerten Suchinteresse an Hundeadoptionen („adottare un cane“). Bezeichnenderweise stieg die Anzahl tierischer Mitbewohner in deutschen Haushalten während der Pandemie sogar um eine Million. Ganz sicher bleiben uns viele dieser Veränderungen im Alltag dauerhaft erhalten, auch dann, wenn wir wieder zu traditionelleren Freizeitbeschäftigungen zurückkehren werden.

Wie wir auf das neue Konsumverhalten reagieren können

Für unser neues Leben nach der Pandemie gilt eines sicher: Das Such- und Kaufverhalten bleibt dynamisch. Neue Bedürfnisse entstehen. Bestehende Muster verändern sich schnell. Und Unternehmen müssen bereit sein, sich diesen rasanten Veränderungen zu stellen.

Es ist wichtig, Ihre Unternehmensstrategie so anzupassen, dass Sie schnell umschwenken und auf das veränderte Konsumverhalten reagieren können. Sie können beispielsweise Werkzeuge einsetzen, um aktuelle Insights in den Mittelpunkt Ihrer Strategie zu stellen. Google Trends etwa zeigt den Anstieg des Suchinteresses in Echtzeit. Und die neue „Insights“-Seite in Google Ads bietet Ihnen auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Informationen. So können Sie aufkommende Chancen schnell und einfach identifizieren und nutzen.

Wir werden auch in Zukunft ein sich schnell änderndes Verhalten und unerwartete Veränderungen beobachten können. Aber wenn wir bereits heute nach Lösungen suchen, sind wir morgen dafür gerüstet.

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