Wirtschaftliche Erholung: wie Datenschutz zum Erfolgsfaktor wird

Matt Brittin / Oktober 2020

Es sind mehr potenzielle Kunden online denn je – umso wichtiger wird der Datenschutz. Seit Beginn der Corona-Pandemie verbringen Nutzer weltweit 60 Prozent mehr Zeit im Internet. Das Interesse am Online-Shopping ist zum Höhepunkt der Krise global um 200 Prozent gestiegen. Digitale Tools waren während des Lockdowns für viele Unternehmen die einzige Möglichkeit, sich mit ihren Kunden zu vernetzen – und auch für die wirtschaftliche Erholung spielen diese nun eine große Rolle. Gleichzeitig wächst aber bei den Nutzern das Bedürfnis nach Privatsphäre: Im Vergleich zum Vorjahr wurde von April bis Juni 2020 weltweit um mehr als 50 Prozent häufiger nach „Datenschutz“ gesucht.

Ein Erfolgsrezept: das Vertrauen der Kunden gewinnen

Datenschutz ist nicht nur wegen rechtlicher Vorgaben von Bedeutung, sondern er trägt auch maßgeblich dazu bei, Vertrauen aufzubauen – sowohl bei potenziellen Kunden als auch bei Mitarbeitern. Daher sollten Sie Ihr Team und Ihre Geschäftspartner in Ihre Pläne einbeziehen, sodass alle an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, die Daten von Nutzern zu schützen.

Verbraucher verlangen Schutz ihrer Privatsphäre

Das Interactive Advertising Bureau hat herausgefunden, dass 79 Prozent der Verbraucher jeden Alters im Vereinigten Königreich eher bei Unternehmen kaufen, die während der Pandemie verantwortungsbewusst gehandelt haben. Dazu zählt unter anderem, zeitnah hilfreiche Informationen zur Verfügung zu stellen und für einen hohen Datenschutz zu sorgen. Im Umkehrschluss kaufen 48 Prozent der Verbraucher weltweit aufgrund von Datenschutzbedenken nicht mehr bei einem bestimmten Unternehmen oder haben aufgehört, dessen Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

Datenschutz zahlt sich aus

Auch Ihre Mitarbeiter legen großen Wert auf Datenschutz. In einer aktuellen Umfrage der World Federation of Advertisers gaben 82 Prozent der Führungskräfte an, dass sie über eine Kündigung nachdenken würden, wenn ihr Arbeitgeber nicht verantwortungsbewusst mit Daten umginge.

In den Datenschutz zu investieren, lohnt sich. Für über 40 Prozent der Organisationen zahlen sich entsprechende Investitionen mindestens doppelt aus. Es ist also ohne Zweifel nicht nur aus moralischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, sich verstärkt um den Datenschutz zu bemühen.

Wachstum dank Datenschutz: Informationsquellen verknüpfen

Um die Privatsphäre zu achten und trotzdem wieder zu wachsen, sind eigene Daten, deren Verwendung Ihre Kunden zugestimmt haben, am besten geeignet. Die Kunden, von denen die Daten erhoben werden, wissen genau, wie und wofür diese verwendet werden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit eines fairen Werteaustauschs, denn die Verbraucher entscheiden selbst, ob und wie ihre Daten genutzt werden.

Der Umsatz, den Unternehmen über ein einziges Anzeigen-Placement erzielen, lässt sich verdoppeln, wenn Unternehmen alle eigenen Datenquellen besser strukturieren und organisieren. Das zeigt eine aktuelle Studie von Google und der Boston Consulting Group. Die Analyse von Kundendaten ist sehr effektiv, da Unternehmen Nutzern basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen relevantere Produkte und Dienstleistungen anbieten können. Wenn Sie dabei auf Automation setzen, bleiben Ihre Kampagnen effizient und flexibel, ohne dass die Privatsphäre der Verbraucher verletzt wird.

Marketing für mehr Wachstum und Datenschutz

Unternehmen, die großen Wert auf Datenschutz legen, sind nachweislich erfolgreicher. Und letztlich sind gute Ergebnisse entscheidend, wenn es darum geht, die Geschäfte nach dieser schwierigen Zeit wieder in Gang zu bringen.

Die Produktpalette des niederländischen Online-Möbelhändlers FonQ reicht von Sofas bis hin zu Grillgeräten. Das Unternehmen setzt für sein digitales Marketing auf smarte Kampagnen, hat aber auch eine riesige Offline-Datenbank, in der jeder verkaufte Artikel mitsamt Versandadresse gespeichert ist.

Diese Informationen wurden für teures Direktmarketing verwendet, wie das Versenden von Werbebroschüren per Post. Diese Art von Marketing kann von den Empfängern nicht so leicht abbestellt werden. Daher ist es schwieriger, den Datenschutz zu respektieren und das Vertrauen der Kunden nicht zu schädigen.

Im April dieses Jahres nutzte das Unternehmen Google Cloud-Produkte wie BigQuery, um die Offline-Daten sicher einzubinden. Die Kundendaten wurden verschlüsselt, damit sie für Dritte, wie zum Beispiel Google, nicht nutzbar waren. Nachdem diese eigenen Daten mit der Google Marketing Platform verknüpft worden waren, erhöhte sich der ROAS (Return on Advertising Spend) für FonQ um 34 Prozent. Außerdem konnte zeitnaher und relevanter geworben werden. Und das Wichtigste: Die Kunden hatten die Kontrolle über ihre eigenen Daten.

Der Umsatz, den Unternehmen über ein einziges Anzeigen-Placement erzielen, lässt sich verdoppeln, wenn alle eigenen Datenquellen besser strukturiert und organisiert werden.

Leitfaden herunterladen

Die Menschen verbringen immer mehr Zeit online. Da gewinnt auch der Datenschutz an Bedeutung. Deshalb haben wir einen neuen Leitfaden mit Best Practices und Beispielen für Werbetreibende zu diesem Thema entwickelt. Sie erfahren darin, wie Sie:

  1. direkte Kundenbeziehungen über hilfreiche Dienste aufbauen und dabei Daten verantwortungsvoll nutzen.
  2. mithilfe von Automation und Cloud-Technologien Daten verwalten und Erkenntnisse gewinnen, um Ergebnisse zu prognostizieren und den Umsatz zu optimieren und dabei den Datenschutz nicht zu gefährden.
  3. Kundendaten speichern und verantwortungsbewusst verwalten, indem Sie klare Datenschutzerklärungen formulieren und den Kunden Transparenz, Wahlmöglichkeiten und Kontrolle bieten.

Mit wachsender Nutzung digitaler Tools steigen auch die Erwartungen der Menschen im Hinblick auf den Datenschutz. Wenn Sie der Privatsphäre oberste Priorität einräumen, legen Sie den Grundstein für die wirtschaftliche Erholung und ein nachhaltiges Wachstum.

Matt Brittin, President, EMEA Business & Operations

Matt Brittin

President, EMEA Business & Operations Google